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Bei fortgeſetzter Einleitung von Cl kann auch das ſaure Salz nicht beſtehen bleiben:
1o, † 201= 1o+ K+ c, Als weitere Oxydationsmittel lernt der Schüler noch Chromſäure, Uebermanganſäure und Kupferoxyd kennen. Feſte Chromſäure oxydirt Alkohol, Schwefelkohlenſtoff und andere brennbare Körper ſo heftig, daß ſich dieſe hierdurch entzünden. Auch Ammoniak wird auf Koſten der Chromſäure oxydirt, ſo daß letztere, indem ſie ſich zu grünem Chromoryd reducirt, in's Glühen kommt. Flüſſige Chromſäure oxydirt Holz, welches, indem es ſchwarz wird und immer mehr an Subſtanz verliert, Kohlenſäure entwickelt. Die Uebermanganſäure findet ihre größte Anwendung in ihrem Kaliſalz. Letzteres wird erhalten, indem man Kalihydrat, chlorſaures Kali und Braunſtein ſtark erhitzt. Der aus dem ſchmelzenden chlorſauren Kali freiwerdende Sauerſtoff verwandelt den Braunſtein in Manganſäure: MnO,+ O= Mn0O,, welche bei Gegenwart von Waſſer zum Hydrat: MnI.Oa wird, das mit überſchüſſigem Kali grünes mangan⸗ ſaures Kalium bildet: MnO,+ WKHO= Mnk,O.+ 2I.O. Dieſes grüne Salz verwandelt ſich leicht in ein rothviolettes, das übermanganſaure Kalium(Chamäleon), indem ſich ein unlösliches braunes Pulver(Manganüberoxydhydrat) abſcheidet: 3 MnKO,+ 3120= Mn.O+ 2 MnKO,+f 4KHO Manganüber⸗ Uebermangan⸗ oxydhydrat ſaur. Talium Die Löſung der freien Uebermanganſäure hat eine ſehr geringe Beſtändigkeit: 2MAnHO+ Ha0= 2 MnH.O,+ 30. Iſt außerdem eine überſchüſſige Säure in der Flüſſigkeit, ſo gibt auch das Manganüberoxyd noch O ab: MnlI.O,+ SII2O= SMnO.+ 2H20+ 0.
Kach der vorletzten Gleichung werden aber aus 2 Molekülen Uebermanganſäurehydrat 2 Moleküle Ueberoxyd frei; demnach können 2 Mol. Uebermanganſäure unter Umſtänden 5 Atome Sauerſtoff ab⸗ geben. Hierauf beruht die kräftig orydirende Wirkung der Subſtanz. Kohle, Phosphor, Jod, Schwefel⸗ waſſerſtoff u. A. werden mehr oder weniger raſch oxydirt, Zink nnd Eiſen in wenig Tagen. Viele niedere Oxyde gehen durch Einwirkung dieſer Säure in die höheren Orpdationsſtufen über: arſenige und ſchwefelige Säure in Arſen-, reſp. Schwefelſäure u. ſ. w. Immer entfärbt ſich dabei die rothe Flüſſigkeit, bei kräftiger Wirkung momentan. Auch das Kupferoxyd gibt unter gewiſſen Umſtänden O ab und verwandelt ſich dabei in Kupferoxydul.
Mit den bisher betrachteten Orydationserſcheinungen waren naturgemäß gleichzeitig Reductionen verbunden; das Hauptaugenmerk dabei war jedoch jedesmal nur auf die Verbindung gerichtet, durch die man im Stand iſt, indirecte Orydationen zu bewirken, d. h. auf das Oxydationsmittel. Von nun an wird auch die andere Seite des Proceſſes beobachtet und daher werden in ähnlicher Weiſe, wie bisher Oxy⸗ dationserſcheinungen behandelt wurden, nun Reduktionserſcheinungen hervorgerufen und unterſucht, zunächſt partielle Reductionen durch Metalle.
Schwefelſaures Eiſenoxyd wird durch metalliſches Eiſen und Zink in das Orydulſalz verwandelt:
3802 0 3 80270 1 3802 0. 4. Zn= 2 80210 802
Fe2O, Fe= 3. FeOe und Fe, 1Os † Zn= 2. Paſ 0, 2n(0.
Die Reactionen von übermanganſaurem Kalium Keehaien) auf Eiſenoxydul und von Rhodankalium auf Eiſenoxyd(rother Niederſchlag) geben ein treffliches Mittel, beide Salze auf ihre Reinheit zu unter⸗ ſuchen. Chloride werden ebenſo in Chlorüre verwandelt:
Fe⸗Cl+ Zn= eCl,+ ZuCh..
Auch niedere Stufen können Reductionen veranlaſſen. Eiſenvitriol und Eiſenchlorür gehen ſchon durch Berührung mit der Luft in die höheren Stufen über unter Abſcheidung von Metall:
3 892ſ0. 8 Se0⸗+ Fe und 3FeCl,= Fe,Ols †. Fe. Das ausgeſchiedene Eiſen geht jedoch unter Mitwirkung des O der Luft mit dem urſprünglich vor⸗ handenen Salz in weitere Verbindung ein; es ſcheidet ſich nicht Eiſen, ſondern ein brauner Nieder⸗
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