Aufsatz 
Aufgaben, Methode und Bedürfnisse unseres Unterrichts in der Chemie
Entstehung
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Iſt der Schüler hierüber nun völlig klar, ſo erklärt er ſich die übrigen Verſuche mit Schwefel⸗ ſäure ſehr leicht. Kupfer, in concentrirter Schwefelſäure erhitzt, bildet Kupfervitriol unter Waſſerbildung und Entwickelung von ſchweſeliger Säure: 11

80 0

1920. r 19*0.+ Lu= dſo, Io⸗+ 802 An die Stelle des If in dem einen(erſten) Molekül Schwefelſäure tritt das Kupfer, der hierdurch frei⸗ werdende H tritt an die Stelle der entweichenden 80 im andern(zweiten) Molekül der Säure und

es entſtehen hierdurch 2 Moleküle Waſſer: 2 1o. Da hier an die Stelle von 802 zwei Atome H

treten, ſo wird der Schüler daraus ſchließen, daß 80, ein zweiwerthiges Radikal iſt.

Die nun folgenden Verſuche befaſſen ſich mit der Salpeterſäure. Trockenes ſalpeterſaures Blei wird erhitzt, die ſich entwickelnden Gaſe in der pneumatiſchen Wanne, deren Waſſer durch Lackmus⸗ tinctur gebläut iſt, aufgefangen. Ein Theil dieſer Gaſe(an der Luft in rothe Dämpfe übergehend) wird von dem Waſſer abſorbirt und färbt es roth; der andere aufgefangene Theil wird nach Beendigung des Verſuches als Sauerſtoff erkannt. Das Salpeterſäureanhydrid NeOz, welches aus dem Bleiſalz aus⸗ getrieben wurde, zerfällt demnach in NO,+ 0. Da nun aber früher ſchon gezeigt wurde, daß die Salpeterſäure bei der Vereinigung mit Waſſer NOa abgiebt, ſo iſt man genöthigt, die rationelle Formel

des Anhydrids 30*0 zu ſchreiben. Mit Berückſichtigung der zuletzt angeführten Thatſache ergibt ſich

die rationelle Formel des Salpeterſäurehydrates als e o. Das Radikal NO, muß demnach einwerthig ſein. Für Salze von zweiwerthigen Metallen muß, wie oben bemerkt, das große Molekül O* 0, genommen werden. Als Beiſpiel, wie die waſſerhaltige Salpeterſäure auf Metalle ein⸗

wirkt, dient Kupfer und verdünnte Salpeterſäure. Das entweichende Gas wird in der pneumatiſchen Wanne aufgefangen, iſt farblos, reagirt in dieſem Zuſtande nicht auf Lackmuspapier; kommt es aber mit Luft in Berührung, ſo verwandelt es ſich in ein rothes Gas, das das Lackmuspapier energiſch röthet. Das farbloſe Gas iſt Stickſtofforyd: NO, welches ſich durch Aufnahme von O aus der Luft in Unter⸗ ſalpeterſäure: NOe verwandelt. Die Erklärung des inneren Vorganges iſt etwas complizirt; denn die

Gleichung. NaleO+ Cu= N.CuO,+ 2H(1). zeigt, daß ſich eigentlich Waſſerſtoff entwickeln müßte. Da dies aber nicht der Fall iſt, muß er in anderer Weiſe ſich bei dem Vorgang betheiligen. Dies kann in nichts Anderem beſtehen, als daß er auf die anweſende freie Säure einwirkt: NHOz+ 2H= MoO,+ 2,0(II) Das Ergebniß dieſer Gleichung wäre Unterſalpeterſäure. Es erzeugt ſich aber nicht dieſe, ſondern die niedrigere Oxydationsſtufe NO; es muß demnach eine Reduction nach der Gleichung 2NO02= 2NN80+ 20.(III) ſtattgefunden haben, wonach ſich neben Stickoxyd noch Sauerſtoff entwickeln müßte. Da nun auch dies nicht der Fall iſt, muß derſelbe durch einen andern Stoff, der ſich mit ihm verbunden hat, zurückbehalten worden ſein. Dies kann kein anderer Stoff, als H ſein, der ja nach der erſten Gleichung frei wird. Es werden nun aber nach dieſer Gleichung 2 Atome H, nach der letzten dagegen auch 2 Atome 0 frei; da nun aber, um Sauerſtoff zu binden, doppelt ſo viel Atome H erforderlich ſind, ſo muß die erſte Gleichung verdoppelt werden. Und ſo wird denn unter Mithülfe der Gleichungen 2N.H.O+ 2Cu= 2N.CuO,+ 41(IV) und 40+ 20= 20(V) der innere Vorgang vollſtändig erklärt. Denn addirt man die dazu nöthig geweſenen Gleichungen I, II, III, IV und V und läßt die Glieder, welche auf beiden Seiten vorkommen, weg, ſo bleibt: NaHO+ 2NHO; 2NH.Os+ 30u oder 8NHOS+ 30u= 3N.CuO,+ 4Hf.0+ 2NO. Ich habe abſichtlich dieſe etwas ſchwierige Erklärung ausgewählt, um zu zeigen, mit welcher Ge⸗

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