Aufsatz 
Aufgaben, Methode und Bedürfnisse unseres Unterrichts in der Chemie
Entstehung
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oder für ein ſalpeterſaures Salz: NAgOo+ KHO= NKO+ AgHO Salpeterſaur. Aetzkali Kaliſalpeter Silberoxyd⸗ Silber Hydrat. Kupferoxydhydrat zerfällt ſchon bei der Temperatur von 1000: CuHO.= CuO+ IIO.

Auch die Haloidſalze zeigen die nämlichen Reactionen: ZnCl.+ 2KHO= 2KCI+ ZnH.Oz. Hiernach werden die Salze auch durch Säuren zerſetzt. Der Schüler ſieht, daß Salpeterſäure, Phos⸗ phorſäure, Chromſäure, Kieſelſäure durch Schwefelſäure, Chlorſäure durch Salzſäure aus ihren löslichen Verbindungen ausgeſchieden werden, daß dagegen ſchwächere, aber feuerbeſtändigere Säuren ſtärkere Säuren aus den betreffenden trockenen Salzen bei Anwendung von Hitze austreiben können. Auch die Hydro⸗ ſäuren werden bei dieſer Gelegenheit einer genaueren Prüfung unterzogen. Salz⸗ und Flußſäure werden aus den betreffenden Haloidſalzen mit Hilfe der Schwefelſäure dargeſtellt:

2NaCl+. SII.O.= 2110l+ SNa,O., CaFh+ SH2O= 2HFI+ SCaòO, ſowie die mit letzterer zuſammenhängenden Verbindungen Kieſelfluorgas und Kieſelfluorwaſſerſtoffſäure betrachtet. Die folgenden Unterſuchungen betreffen die Zerſetzungen der Salze durch Salze. Es wird dem Schüler das Geſetz nachgewieſen, daß Bedingung und Art der Zerſetzung nicht allein von der Stärke der Affinität, ſondern vor Allem von den Löslichkeits⸗ verhältniſſen der neugebildeten Salze abhängt; d. h. es kann, um in der alten Theorie zu reden, die ſtärkere Baſe die ſtärkere Säure verlaſſen um ſich mit der ſchwächeren Säure zu verbinden, falls dadurch ein unlösliches Salz entſteht, z. B.: SK,O.+ BaCh= SBaO,+ 2KCI, und Schwefelſaur. Chlorbarium Schwefelſaur. Chlorkalium. Kal. Barium NePbO+ SKZO= 2NKO,+ SPbOp, Salpeterſaur. Schwefelſaur. Salpeterſaur. Schwefelſaur. Blei(löslich) Kali(löslich) Kali(löslich) Blei(unlöslich) oder nach der dualiſtiſchen Schreibweife: PbO,NOs+ KO,SO= KO,NO,+ PbO0,SO3

Die zuletzt erworbenen Kenntniſſe werden nun praktiſch für Alkalimetrie und Acidimetrie verwerthet. Mit Hilfe von Gewicht und Maß werden ſowohl ſaure, wie baſiſche Normalflüſſigkeiten her⸗ geſtellt und damit der unbekannte Gehalt von Baſe und Säure in andern Flüſſigkeiten beſtimmt. Auch den Fällungsanalyſen werden einige Verſuche gewidmet, und zu gleicher Zeit die Schüler auf die praktiſche Wichtigkeit dieſer Operationen aufmerkſam gemacht(Beſtimmung der Güte der Potaſche der Soda, des Kochſalzes; Silberanalyſe u. ſ. w.)

Die letzte Art der Zerſetzung von Salzen iſt die bis zum Metall herab: die Umkehrung der Bildung von Salzen durch Auflöſung der Metalle in Säuren. Zink und Eiſen ſcheiden aus Kupfervitriollöſung metalliſches Kupfer aus, indem ſich gleichzeitig Zink⸗ bzw. Eiſenvitriol bildet:

SCuO,+ 2Zn= 8ZnO,+ Cu. Queckſilber, Silber, Blei werden bzw. durch Kupfer, Queckſilber, Zink metalliſch ausgeſchieden, oder all⸗ gemein: edlere Metalle werden durch unedlere gefällt. Auch organiſche Stoffe(z. B. Traubenzucker) reduciren Metalllöſungen(Silber). Schwerer reducirbare Löſungen werden unter Mit⸗ wirkung des electriſchen Stromes zerſetzt. Bei dieſer Gelegenheit wird das Ueberziehen unedler Metalle mit einer feſten Haut von edleren Metallen,(Verſilbern, Vergolden), ſowie die eigentliche Galvanoplaſtik näher erörtert.

3 Es werden nun die techniſch wichtigſten Salze, Oxyde und Säuren und deren Gewinnung im Großen beſchrieben und dahbei die alten Formeln derſelben angegeben. Hierbei nimmt Arendt Ver⸗ anlaſſung, die ältern Anſichten in der Chemie darzulegen und die Formeln der wichtigſten Verbindungen nach dieſen Anſichten und mit den alten Atomgewichten aufzuführen.(Von den älteren Atomgewichten ſind die der ein⸗ drei⸗ und fünfwerthigen Elemente den neueren gleich, die der zwei⸗ und vierwerthigen