Aufsatz 
Aufgaben, Methode und Bedürfnisse unseres Unterrichts in der Chemie
Entstehung
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K.O,N.Oz. Erſt die Einwirkung verſchiedener Säuren auf Metalle erweckt andere Anſchauungen. Daß Zink und Eiſen in Salzſäure Waſſerſtoff entwickeln, läßt ſich leicht durch die Gleichungen

2 H Cl+ Zn= Zn Cl,+ 2 H und

2 H Cl+ Fe= Fe Cl.+ 2 H erklären. Anders geſtaltet ſich die Sache bei der Zerſetzung der Schwefelſäure durch dieſe Metalle. Der Schüler weiß, daß S03 an ſich keine Säure iſt, daß erſt durch Hinzutreten von Waſſer der Körper zu einer Säure wird. Es darf alſo das H.O nicht als etwas Nebenſächliches betrachtet werden; erſt mit HO bildet S03 die Säure; daher iſt es begründet ſtatt SO3,H.O die Formel SHO zu ſetzen. Nichts erſcheint nun dem Schüler natürlicher, als das 1 Atom des zweiwerthigen Zinks an die Stelle der 2 Atome des einwerthigen Waſſerſtoffs tritt, ſomit dieſen frei macht unter gleichzeitiger Bildung von SZnO)(Zinkvitriol). Das Salz entſteht einfach durch Subſtitution des Metalls an die Stelle des Waſſerſtoffs in der Säure. Nach dieſer einfachen Erklärung wird dem Schüler die Begründung nach dualiſtiſcher Theorie allerdings unnatürlich erſcheinen: 1) 803,H2O zerfällt in 803 und H2O; 2) H0 zerſetzt ſich unter den Einfluß des Metalls(Zn) in 2II und 0; 3) 0 verbindet ſich mit dem Metall(Zn), während der H unbeſchäftigt entweicht und endlich 4) verbindet ſich die neugebildete Baſe(Zn0) mit der Säure zum Salz. Die ſchwefelſauren Salze der einwerthigen Elemente bilden ſich natürlich, indem ſich dieſe für eine gleiche Anzahl von Waſſerſtoffatomen ſubſtituiren:

SKZO SNaaOa SAg2O. ſchwefelſaur. ſchwefelſaur. ſchwefelſaur. Kalium Natrium Silber.

Nachdem dann noch nachgewieſen iſt, daß auch Metalle, die an ſich in Säuren nicht oder nur ſchwer löslich ſind, ſich in dieſen löſen, wenn der elektriſche Strom mitwirkt, werden die Formeln der wichtig⸗ ſten Salze zuſammengeſtellt und dabei die Unitärtheorie feſtgehalten. Die Hydrate der Salpeterſäure und Kohlenſäure ſind

N.O),HO= N.H.O,= 2NHO und C02,H.0= CII.Oz. Das kleinere Molekül NHO der Salpeterſäure genügt für die Salze der einwerthigen Metalle, wogegen das große NeI.O, für die der zweiwerthigen genommen werden muß:

3 NAgOz N.CaO NPbO

Salpeterſaur. Salpeterſaur. Salpeterſaur. Salpeterſaur. Kalium Silber Kalk Blei.

Die Formeln der kohlenſauren Salze entwickeln ſich ebenmäßig aus CII2Oz durch Subſtitution der Me⸗

talle für Waſſerſtoff:. CK2O CMgOz CBaO3 Kohlenſaures Kohlenſaur. Kohlenſaures Kalium Magneſium Barium.

Auch hier wieder entſteht zum Vortheil der Schüler in der Erzeugung neuer Körper eine Pauſe, ohne daß die Schüler aufhören, Neues zu lernen. Es wird nämlich durch eine große Reihe von Ver⸗ ſuchen die relative Stärke der Säuren und Baſen ſtudirt: Salze, deren Säuren durch Hitze vertrieben, beziehungsweiſe zerſetzt, ſolche, aus welchen die Baſen durch ſtärkere Baſen ausgetrieben(gefällt) werden, ſind Gegenſtand der Unterſuchung; letztere geben Anlaß, die Schüler mit Metalloxydhydraten bekannt zu machen. Viele dieſer Metalloxyde hatte der Schüler früher waſſerſrei vor ſeinen Augen entſtehen ſehen. Die hier aus den Salzen gefällten Hydrate werden durch Erhitzen(Glühen) in die ihm ſchon bekannte Form zurückgeführt. Kali,(Natron) und Ammoniak werden als die ſtärkſten Baſen nachge⸗ wieſen und deren Niederſchläge unterſucht. Auch für dieſe Erſcheinungen liefert die Unitärtheorie die ein⸗ fachere Erklärung: Es iſt nicht nothwendig, anzunehmen, daß dieſe Reactionen zwiſchen Baſen als ſolchen ſtattfinden, ſondern das Metall der Baſe tauſcht ſich einfach mit dem Metall der Säure durch Wechſelzerſetzung aus. Z. B.

SCuOo+ 2KHO= SK,SO.+ CuHO? Kupfervitriol Aetzkali Schwefelſaur. Kupferoxyd⸗ Kalium Hydrat,