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Doch bringt mich zu der Kammer, dort zu ruhn, In dem Jerusalem stirbt Heinrich nun.“
Den Tod in Jerusalem, den er immer als eine Sühne für seine Jugendvergehen ersehnt hat, den findet er nun doch, freilich anders, als er früher gedacht hat. Aber die Wirkung ist dieselbe. Die Tatsache, dass er nun doch in einem Jerusalem stirbt, richtet ihn noch einmal vollständig auf, und mit den Worten„Gelobt sei Gott“ wirft er alle Sorgen von sich. Er stirbt mit dem Bewusstsein, dass der Himmel versöhnt ist.*)
So bestätigt denn die Untersuchung der beiden Teile IHeinrichs IV., was schon die Behandlung Richards II. er- geben hatte, dass Shakespeare den Begründer der Lancaster-Dynastie durchaus begünstigt. Heinrich IV. tritt überall als der einzig berechtigte König auf, und jede Opposition gegen ihn wird von dem Dichter als ein Frevel hingestellt. Die jugendlichen Vergehen Heinrichs sind mit seinem Tod vollständig gesühnt und erledigt. Es ist deshalb ausgeschlossen, dass seine Nachkommen noch dar— unter zu leiden hätten.
IlI. Heinrich V.
Über dieses letzte Drama des Cyklus können wir uns kurz fassen. Denn es braucht nicht mehr des längeren bewiesen zu werden, dass Shakespeare den ältesten Sohn Heinrichs IV. als einen König darstellt, der alle guten Eigenschaften eines Herrschers im höchsten Masse besitzt. Was will es bei der endlosen Zahl von Stellen, in denen Heinrich V. als ein idealer König verherrlicht wird, be-— deuten, wenn dieser in einer sehr kritischen Lage, die ihn
But bear me to that chamber; there l'll lie, In that Jerusalem shall Harry die.
*) Vgl. hierzu E. W. Sievers, Shakespeares zweiter mittelalterlicher Dramenoylelus, Berlin 1896, S. 240:„Gelobt sei Gott, ruft er aus, als er den Namen hört; ihm gilt derselbe als letzter entscheidender Be- weis, dass Gott ihm seine Schuld vergeben habe, und so stirbt er in dem Bewusstsein, mit Gott versöhnt zu sein, in vollem innern Frieden.“


