Aufsatz 
Shakespeares Stellung zum Hause Lancaster
Entstehung
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machen, dass die Shakespearischen Verbrecher auch als solche sterben, dass sie meist mit den grössten Gewissens- bissen vom Leben scheiden und ihr Tod als Strafe für begangenes Unrecht auftritt. Wenn wir dies beachten, so ist es sicher von grösster Wichtigkeit, dass Heinrich IV. bei Shakespeare einen vollständig ruhigen Tod stirbt. Er hat zwar kurz vorher seinem ältesten Sohn eine Beichte abgelegt und Gott um Vergebung seiner Sünden gebeten. Aber unmittelbar vor seinem Ende ist er von jeder inneren Zerrissenheit frei, und er stirbt, vollständig mit Gott versöhnt.

Gleich nach der Ermordung Richards II. hat der König den Entschluss gefasst, die Tat durch eine Kreuz- fahrt zu sühnen. Während seiner ganzen Regierungszeit gibt er diesen Plan nicht auf. Aber an der Ausführung wird er durch seine kriegerische Tätigkeit innerhalb Englands immer wieder verhindert. Noch während seiner letzten Krankheit erklärt er, den Kreuzzug sobald als möglich unternehmen zu wollen. Aber die erhoffte Sühne scheint ihm nicht beschieden zu sein. Da stellt er nun auf seinem Sterbelager die Frage an seine Umgebung (II. IV. 2. T. IV. 5, 233 ff):

Kommt irgend ein besondrer Name zu*) Dem Zimmer, wo ich erst in Ohnmacht fiel? Es heisst Jerusalem, mein edler Herr,

antwortet man ihm. Darauf der König:

Gelobt sei Gott! hier muss mein Leben enden,**) Vor vielen Jahren ward mirs prophezeit, Ich würd' erst sterben in Jerusalem, Was fälschlich ich vom heil'gen Lande nahm. *) King. Doth any name particular belong Unto the lodging where l first did swoon? War. Tis call'd Jerusalem, my noble lord. **) King. Laud be to God! even there my life must end. It hath been prophesied to me many years, I should not die but in Jerusalem; Which vainly I supposed the Holy Land: