Aufsatz 
Landgraf Ernst Ludwig und seine Sorge für die Hebung seines Landes / D. Bonin
Entstehung
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II. Schulnachrichten.

A. Kuratorium.

Oberbürgermeister Dr. H. Gassner, Vorsitzender. Geh. Commerzienrat St. K. Michel. Professor Dr. J. Stigell. J. Schlenger. Dr. F. Roemheld, Direktor.

Sitzungen fanden statt: 1. am 9. Mai 2. 27. Oktober 1395. 3. 21. Januar 1899.

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B. Zur Geschichte der Schule.

Der Anfang des Schuljahres fiel auf den 18. April.

Am 24. Mai wurde der gemeinsame Schulausflug unternommen, der die oberen Klassen nach Seeheim in der Bergstrasse führte, während die übrigen von 4 an abwärts sich mit dem Besuche näher gelegener Orte begnügten.

Der Hitze halber wurde am 13. Juni und am 19. Juli der Nachmittagsunterricht ausgesetzt.

Die Wiederimpfung der 1887 geborenen Schülerinnen erfolgte am 22., die sich daran anschliessende Nachschau am 29. Juli.

Der Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheiten des Grossherzogs und der Grossherzogin, sowie der Sr. Majestät des Kaisers wurde in berkömmlicher Weise begangen; von den Mitgliedern des Kuratoriums beehrte Herr Professor Dr. Stigell uns an beiden Tagen während der Schulfeier mit seiner Anwesenheit.

Am 6. Juli wohnte Herr Oberbürgermeister Dr. Gassner, am 19. Dezember Herr Ministerialrat S,oldan in einzelnen Klassen dem Unterrichte bei; eine zweitägige Visitation, bei der so ziemlich sämtliche Klassen berücksichtigt wurden, erfuhr die Anstalt in der zweiten Hälfte des Februar durch Herrn Geheimeoberschulrat Dr. Eisenhuth.

Während der Herbstferien beteiligten sich Frl. Kratt, Frl. Bickel und Frl. Walther in Marburg an den daselbst für Lehrerinnen besonders eingerichteten wissenschaftlichen Fortbildungs- kursen; auch nahm Frl. Kratt an dem am 2. und 3. Juli zu Bonn a. Rh. abgehaltenen Kongress für Volks- und Jugendspiele teil.

Der Gesundheitszustand der Lehrer und Lehrerinnen wie auch der der Schülerinnen liess, von vor- übergehenden leichten Erkrankungen abgesehen, nichts zu wünschen übrig; nur Herr Kempf wurde im Sommer durch ein Augenleiden dem Unterrichte längere Zeit entzogen; seine Vertretung hatte die damals noch bei uns weilende Hospitantin Frl. Johanna Sichel zu übernehmen die Güte.

Der einsichtsvollen Opferwilligkeit des Kuratoriums sowie der Herren Stadtverordneten hatten wir es zu danken, dass wir im abgelaufenen Schuljahre der Pflege des Jugendspiels noch eine grössere Ausdehnung als bisher zu geben vermochten. An fünf Tagen der Woche wurde von den Klassen 15, von jeder in besonderen Stunden, regelmässig, insoweit die Witterung dies gestattete, gespielt; vier Lehrkräfte teilten sich in die Leitung und Beaufsichtigung. Wir wollen nicht versäumen, auf diese dem leiblichen wie dem geistigen Wohle der Mädchen in gleicher Weise zuträgliche