Aufsatz 
Zur Geschichte der Offenbacher Lateinschule
Entstehung
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Offenbar traf die Befürchtung, daß Simony Schwierigkeiten machen werde, ein, denn es dauerte 5 Jahre und Simony starb, ehe Cottfried Gebhard das Haus verkaufen und den Kaufkontrakt ab- schließen konnte. Käufer war der Graf Johann Philipp.

Nr. 17. Kaufkontrakt. Original.

Zu wissen seye hiermit, daß heut zu endgesetztem dato Zwi- schen dem Hochgeborenen Grafen und Herrn, Herrn Johann Phi- lippsen, Grafen zu Vsenburg und Büdingen etc. an einem Und Herrn Gottfried Gebharden, Bürgern und Handelsmann in Franckfurth am andern theil, folgender Kauf-Contract geschlossen worden: Nemblich es verkaufet an hocherwehnt Ihro Hochgräfl. Gnad. erst besagter Herr Gebhardt Kraft habender und extradirter) Vollmachten, im Nahmen seiner Herrn Principalen, deren allhier zu Offenbach angefangenen und bloserdings in seinen vier Wändten stehenden, zu einer Neuen Glashütten Zwar gewidmeten, aber etwas Zu Klein gefallenen steinernen Bau, sambt darauf liegendem gehöltz, nichts darvon ausgeschieden, ohne den platz, als welcher Ihr. Hoch- gräfl. Cnad. Eygenthum ist und nicht verkaufet werden kann, umb und für Achthundert Quldem jetziger franckfurter Wehrung, den Gulden zu Sechzig Creutzer und den Creutzer zu Vier Hellern gerechnet; dergestallt und also, daß Von sothanem Kaufschilling Erst- lich der Simonischen Wittib für Ihren Abstandt vermöge getroffenen Vergleichs Zwey hundert und fünfzig Gulden vergnüget, sodann Zweytens für das pflaster fünfzig neun QGulden 14 alb. einbehalten: die übrige Vierhundert neunzig Gulden 16 alb. aber vor ausgang dieser instehenden Oster-Meß mit baarem geldt bezahlet, und ermeldtem Herrn Gebharden, ohne anwendung einiger mühe und Kosten, nacher franckfurth in seine Behausung franc und frey geliefert werden sollen Mit Begebung aller ausfluchten, Exceptionen und freyheiten, so von einer oder der anderen seiten hiergegen eingewendet werden könn- ten oder mögten, im geringsten nichts ausbehalten. Treulich und sonder gefehrde. Zu mehrerer Bekräftigung dessen ist Gegenwärtiger Kaufbrief in duplo ausgefertiget, beyderseits unterschrieben, gesiegelt, und originaliter gegen einander ausgewechsel worden. So Geschehen Offenbach den 17. Martii 1900.

(Siegel.) Cottfried Gebhardt.

Hlierunter Quittung: Obbemelte Summe ist mir(zu) unten ge- setztem Dato, durch den Herrn Cammer-Rath Greyß wohl bezahlt worden.

Frforth den 6 Aprill Ao. 1700. (Siegel.) Gottfried Gebhard.

So kostete also der Bau im ganzen 800 Qulden, wovon die Bauherrn 400 fl. 16 alb.²), die Witwe Simony de Tournay 250 fl. Abstandsgeld erhielten, während 50 fl. 14 alb. für das Pflaster zurück- behalten wurden. Ueber die der Witwe Simony de Tournay zu zahlende Summe wurde eine besondere Schuldverschreibung auf- genommen.

¹)= ausgehändigter.

²) 1 Albus= 2 Kreuzer; 1 Gulden= 30 Albus= 60 Kreuzer.