Aufsatz 
Zur Geschichte der Offenbacher Lateinschule
Entstehung
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daß wir uns genötigt sahen, unsere Pflicht brieflicher Bericht- erstattung zu vernachlässigen, während öffentliche und unvermeidbare Dienstgeschäfte anderer Art die Mitglieder unserer Schulbehörde von jener Pflicht abzogen, sodaß es uns unmöglich war, unsere Obliegenheiten an- gemessen zu erfüllen. Da uns gegenwärtig mehr freie Zeit zur Verfügung steht, durften und wollten wir es nicht unterlassen, Ew. Bischöflichen Gnaden die beiden Examensberichte von Herbst 1696 und Frühiahr 1697 mit schuldiger Ehrfurcht zu überreichen. Und da unser ganzes Tun und Handeln unter anderm hauptsächlich auf das eine Ziel gerichtet ist, daß die Dankbarkeit unseres Erlauchten Grafen und Herrn und seiner Untertanen bekannt wird, so zweifeln wir nicht, daß Ew. Bischöflichen Gnaden diese kleine Gabe nicht nur(solum f. saltem) selbst gut aufnehmen, sondern auch vor dem Throne der Königlichen Majestät der Art empfehlen werden, daß Ihre Maiestät sich nicht weigert, ihre königliche Hochherzigkeit unserer Schule gegenüber weiter zu betätigen u. 8. W.

Außerordentliche Anlässe zum Briefschreiben waren der Tod der Königin Maria 16905(Beileidsschreiben an den König, den Bischof von Lichfield, an Doktor Horneck), der glücklich vereitelte Anschlag der Jakobiten auf das Leben des Königs Wilhelm 1696 (Glückwunschschreiben an Dr. Horneck(Dum gratulabundi omnes ac singuli piiſet cordati in universis oris mundi sibi invicem occurrant, omnipotentis Dei Singularem misericordiam exaltando, quod Davi- dem suum Guilielmum, Angliae, Scotiae, Franciae et Hiberniae Regem invictissimum e Philistrum crudelibus manibus eripuerit et nefanda illorum consilia contra Sacratissimam personam pudefecerit, nostrum utique fuit, eodem gratulationis munere nos inter alios perfungi etc.). der Thronwechsel 1702(Beileidsschreiben der Scholarchen an den Bischof von Worcester beim Tode des Königs Wilhelm III. vom 26. Mai 1702, an den Almosenverwalter Doktor der Theologie Batteler vom gleichen Datum).

Die englische Korrespondenz enthält außerdem mehrere Briefe des Grafen Johann Philipp(in Konzept oder Abschrift). Briefe, die den verbindlichen Dank des Grafen zum Ausdruck bringen (namentlich aus der ersten Zeit, an die Königin in französischer Sprache, an den Bischof von St. Asaph in lateinischer Sprache: Johannes Philippus, Comes Isenburgi et Budingarum etc. Reverendissimo in Christo Patri ac Dno., Dno Episcopo St. Asaphiensi, Magnae Britanniae Eleemosynario Amplissimo meritissimo Fautori honoratissimo) Beileidsbriefe(1605 an den König in französischer Sprache, 1702 an die Königin Anna), 1716 Brief an den König Georg mit der Bitte um Weiterzahlung der Pension. Wir bringen die folgenden zum Abdruck.

Nr. 14. Brief des Grafen Philipp an die Königin Ann a. Abschrift.

Madame,

Etant du nombre de ceux qui ont extremement toũjours admiré les tres-rares, tres-hautes et tres-grandes qualitez du Feu Roy Guillaume III. Roy de la Grande Bretagne, le Restaurateur de la Paix de l'Europe, et l'Asyle de la Religion Protestante; je ne pourrois me dispenser de ne condouloir avec Vôtre Maiesté sur le trespas de ce Grand Roy tant inopiné, et si peu attendu, et Vous en témoigner la profonde affliction, dont j'en ay été touché. Prenant en méme temps la hardiesse de m'approcher du Throne

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