Aufsatz 
Zur Geschichte der Offenbacher Lateinschule
Entstehung
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Buß, allein Vor dem Presbyterio solche thun wollen. So dann 4to alle Einzuchs- und Juden-Schuhl¹) oder diejenige Gelder, welche die Juden hinund wieder im Landt, wegen erlaubnus, eine Versammlung zu halten, Jährlich liefern müßen. Daß Wir über sothane zu Beförderung Gottes Ehre und des gemeinen Besten ge- reichender Verfügung nicht allein Vor uns, hinführo gleichfalls steth und Vesthalten, und obbesagter Lateinischen Schul zu Offenbach, die auch erwehnte Gefälle, in allem Unß alß respee Landts- und Deputats Herren zugefallenen Ortern ungekränkt laßen, mithin da- runter nicht das allergeringste ändern, sondern Vielmehr auch noch solches Unsern Successoren und künftigen Nachfolgern Krafft dieses bestermaßen eingebunden und ufferlegt haben wollen; Allermaßen dann zu destomehrer festhalt- und Versicherung deßen allen dieses von uns eigenhändig unterschrieben und mit unsern angebohrenen Gräfl. Insiegeln bestärkt worden, so geschehen Offenbach den 28. Octobris 1718. (Eigenhändige Unterschrift der Grafen:)

Wolfgang Ernst gz vB. Wilhelm Moritz gz vsenburgB. (Siegel.)(Siegel.)

Die Siegel sind schwarz zum Zeichen der Trauer um den verstorbenen Grafen. Beim Vergleiche der beiden Dotationen er- kennt man, daß die Grafen Wolfgang Ernst und Wilhelm Moritz die Einkünfte der Schule nicht unerheblich beschränkt haben.

Das Ergebnis der Reise des Hofpredigers.

Die Bemühungen des Hofpredigers Bröske um Unter- stützung in protestantischen Ländern hatten im ganzen wenig Erfolg. Aus einem Brief des Grafen Johann Philipp, der vielleicht auch so wie andere Briefe aus derselben Zeit an den Doktor der Theologie und Hofprediger der Königin Horneck gerichtet ist es fehlt die Adresse geht hervor, daß ein Kaufmann Coock in London 2 ½ Pfund Sterling für die Schule gegeben hat.

Nr. 6. Brief in französischer Sprache.

P. S. Monsieur.

Il m'a été dit du méme Sr. Brösque qu'un certain Marchand, Bourgeois de Londres, nommé Cook. qui d'ailleurs s'est deja gagné une grande reputation de sa liberalité envers des choses pieuses, à engagé sa parole, de vouloir encore, outre les 2 ½ livres de Ster- ling qu'il à deja delivré pour six mois, faire suivre d'autres subsides pour le bien de nôtre Ecole. Et comme je n'y ay pas un adresse speciale, ie vous prie Mons. de me vouloir faire le plaisir, et de donner à ce tres honneste homme des asseurances de mes obli- gations et de tres justes ressentiments que j'en ay. Demeurant cependant comme j'ay asseuré dans les Lettres

Le Comte Jean Philippe d'Isenbourg et B.

¹) EineJuden-Schul war 1708 eingerichtet worden; s. Pirazzi S. 71.

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