Aufsatz 
Zur Geschichte der Offenbacher Lateinschule
Entstehung
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(... nostris Patentibus, quibus fides adhiberi possit,) in Magnam Britanniam et praeprimis quidem Angliam, quod vastissi- mum simulque potentissimum ac politissimum Regnum veram Feli- gionem Christianam sincerumque Dei cultum et hoc ipso EFcclesiarum Scholarumque propagationem ac florem prae aliis confoederatis Reg- nis sibi semper curae cordique esse voluit,(amandaremus...).

Die anerkennenden Worte, mit denen der Graf England als Vorkämpferin derwahren christlichen Religion und der reinen Gottesverehrung preist, sind nicht nur als captatio benevolentiae aufzufassen, sie entsprachen auch der innersten Uberzeugung des protestantischen Fürsten.

Mit den Vollmachten ausgerüstet, begab sich Hofprediger Bröske auf die Reise.

Die Einkünfte aus der Grafschaft.

Inzwischen beriet der Graf mit seinen Räten, welche Einkünfte aus der Grafschaft man der neuen Schule zusichern könne. Das Er- gebnis liegt in dem folgenden Aktenstück vor.

Nr. 4. Die Dotation des Grafen Johann Philipp. Abschrift des Originals auf gewöhnlichem Aktenpapier.

Wir Johann Philipp Graf zu Isenburg und- dingen Entbiethen hiermit Unseren Geist- und Weltlichen Be- dienten wie auch Unseren Unterthanen samt und sonders Unsere Onad undt alles gutes und fügen Ihnen zu wißen: Als Wir Uns Unsers von Gott dem Allmächtigen anvertrauten obrigkeitlichen Amts Erinnert, und dabey erwogen, wie sehr und viel der Kirchen und dem Gemeinen Weßen daran gelegen, daß die Jugend Zuvor- derst in dem wahren Christenthum und dann auch in guten Künsten und Wißenschaften treulich unterrichtet werde, und wie nöthig und nützlich dannenher die Stift- und Unterhaltung der Schulen seyn; dabei auch in besondere Betrachtung gezogen, daß in hiesiger Nach- bahrschaft viele reformirte Kirchen und Schulen durch die leidigen Kriegstroublen allbereits abgegangen seynd, und wenn gleich durch des Allerhöchsten Hülfe und Beystand der Liebe Friede rehabilitiret wurde, dennoch so leicht nicht wiederum restituiret werden, sondern besorglich mehr und mehr abgehen dürften; daß wir dannenher Anlaß genommen, zuvorderst Gott zu Ehren, und dann Seiner Kirchen und dem Gemeinweßen zum Besten in unserm antheil Landts der Graf- schaft Isenburg und zwar in unserer allhießigen Residentz eine freye Schul inzurichten, worinnen die fundamenta der reformirten Christlichen Religion und der grund- schlag des wahren Christenthums wie auch an- derer Tugenden und Wißenschaften der blühenden Jugend zu Ihrer Seelen Heil und Heiligkeit eingepflanzt, von Selbiger erlernet, und so dann nicht allein die unterthanen im Land, sondern auch die Benachbahrte und Vertriebene) sich deren nützlich be- dienen mögten.

¹) Die aus Frankreich vertriebenen Hugenotten.

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