Aufsatz 
Johann Georg Zimmermann und Johann Gottfried Herder nach bisher ungedruckten Briefen
Entstehung
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und tausendmal Nein geschrien. Dem wäre ich gefolgt.(Bode- mann, erders Beruf. n. Gött. S. 91.)

Der rasche, und gerade in diesem Augenblick nicht erwartete Entschluss Herders machte auf seine Freunde einen überaus schmerz- lichen Eindruck; ein solcher Ausgang ihrer unermüdlichen freund- schaftlichen Bemühungen musste im höchsten Grade befremden, und dies umsomehr, als Herder es nicht für nötig erachtete, aus- führliche Nachricht über die Wendung der Dinge zu geben. Der bisher ungedruckte Brief vom 22. Februar 1776 bietet dafür den schlagendsten Beweis. Düntzer beschränkt sich, aus den oben angeführten Gründen, darauf, in der Anmerkung 2 zu Nr. 17, S. 360 auf diesen Brief Zimmermanns mit folgenden Worten hinzuweisen: Zimmermann hatte ihn(Herder) am 22.(Febr.) auf das dringendste beschworen, ihn doch vom Stande der Weimarer Angelegenheit zu unterrichten, damit er Red' und Antwort stehen könne.

Hierders Uebersiedelung nach Weimar erfolgte erst am 1. Okt. 1776, weil auch hier wieder der Berufung, die, wie Zimmermann schreibt,durch Goethes gewaltige Hand bewirket war, mancherlei Hindernisse entgegenstanden.

In der Vorrede zu Goethes Briefen an Herder(B. I, S. 12) sagt Düntzer:Freilich gehörte der erste Gedanke, Herder zu dieser mit dem Amt des Oberpfarrers verbundenen Stelle(der General- Superintendentur) zu berufen, Wieland an. Dabei gedenkt er aber nicht der Stelle in Zimmermanns Brief an Herder vom 3. Nov. 1775, wo jener schrieb:Wenn's mit Göttingen nicht gelänge, so wäre Weimar ein gar nicht verwerflicher Ort, doch es wird gelingen. Bei Düntzer ist die Belegstelle für Wieland nicht angegeben. Wer von beiden, Wieland oder Zimmermann, zuerst auf Weimar hinge- wiesen hat, wage ich nicht zu entscheiden. Vielleicht hängt der Ausspruch Zimmermanns in dem Briefe an Herder vom 7. Febr. 1776:Wieland wird sich herzinniglich ihres Rufes freuen, mit diesem Hinweis auf Weimar zusammen.

Zimmermann hat sich jederzeit Herder gegenüber als Freund im edelsten Sinne des Wortes erwiesen. Als Arzt wacht er über dessen Gesundheit und die der Herder'schen Familie; als ein- flussreicher Mann sorgt er für die Verwandten und Freunde Herders, so oft dieser darum nachsucht; als Mensch zeigt er unverbrüchliche Treue und verwendet sich auch dann noch für flerder, als dieser nach dem Bruche mit Göttingen von dort den Doktorhut erstrebt. Wer wollte diesen Mann tadeln, wenn er durch Herders Wesen manchmal verstimmt wird, und dieser Stimmung