Aufsatz 
Johann Georg Zimmermann und Johann Gottfried Herder nach bisher ungedruckten Briefen
Entstehung
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gleiche Stufe stellt, konnte nur dazu beitragen, die Stellung von Herders Gegnern zu stärken.

Diese haben es wohl verstanden, durch geschraubte Wen- dungen und ungewisse Hinweise ihr Urteil über Herders Schriften derart zu gestalten, dass sie bestimmte Anklagen zwar nicht er hoben, wohl aber durchscheinen liessen. Wenn Herder darüber entrüstet war, dass die theologische Fakultät in Göttingen in dem von dem Ministerium im Auftrage des Königs eingeforderten Gut- achten seine Rechtgläubigkeit in Frage gestellt hatte, wenn er die Forderung ausspricht, dass man ihn öffentlich anklage, damit er öffentlich, schriftlich die Anklagen widerlegen könne, so verstehen wir ihn vollkommen. Doch eine schriftliche Fehde zwischen blerder und seinen Gegnern würde sicherlich nicht so bald zu Ende gewesen sein und die Berufung überhaupt unmöglich ge- macht haben.

Deshalb suchen der Minister von Bremer, der Hofrat Brandes, Heyne und Zimmermann in den beredtesten Worten Herder zu be- stimmen, dem Wunsche des Königs sich zu fügen. Der von ihnen hochgeschätzte Gelehrte und Freund sollte um jeden Preis für den Göttinger Lehrstuhl gewonnen werden. Nur von diesem Gesichts- punkte aus lässt sich die Tatsache erklären, dass man in Hannover die oft heftige Sprache Hierders ohne offenbaren Widerspruch er- trug. Wie Zimmermann dadurch litt, ergeben die Briefe. Am 24. Januar 1776 schrieb er an Herder:Sie fangen an zu wanken, höre ich, und Herr Brandes soll die Sache mit Ihnen ausführen, Auf mich verlässt man sich nicht mehr, weil man glaubt, dass ich zu sehr auf Ihrer Seite sei und dass Ihre Meinungen und Gefühle zu sehr auf mich wirken. Deswegen hat das Ministerium die Sache Herrn Westfeld übergeben. Ich habe treu und ehrlich für beide Theile in der Sache gehandeft. Colloquium ist landesüblich für jeden, der zu einer Predigerstelle gerufen werden soll. Dies wiederhole ich Ihnen immer.

Am 31. Januar 1776 teilte Herder seinem Freunde Zimmer- mann mit,er sey zu dem sauren Gange nach Göttingen fertig.

Da kam die Berufung Fierders nach Weimar. Goethe hatte schon am 10. Dezember 1775 in einem Briefe an Herder auf diese Stelle hingewiesen. Herder nahm die Berufung um so freudiger an, als sie ihn einem Zwiespalt der Seele entriss, der sich in dem Briefe an Heyne vom 25. Februar 1776 kundgibt:Mit Weimar ist's. Zum Colloquium wäre ich doch nicht kommen. Mein Genius hat, seit das erzwungene Ja heraus war, sich gebäumt

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