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Wärme für Gegenwart und Zukunft, für die Welt, die ist, und jene, die nach ihr kommen wird.“ Welch edle Sprache, welch hehre Begeisterung für die Sache des Freundes! Mit echter Mannes- treue ist Zimmermann in allen Verhandlungen, die fast immer durch ihn geführt wurden, für Herder eingetreten. Dies bewiesen schon die bisher bekannten Briefe Zimmermanns an Herder; lesen wir aber sämtliche Briefe durch, von denen eine grössere Zahl bisher noch nicht veröffentlicht war, oder aus denen grössere oder kleinere Stellen bei der Drucklegung von Düntzer absichtlich ausgelassen wurden, so tritt Zimmermanns Verdienst in ein viel helleres Licht. Warum haben die Briefe Zimmermanns vom 19. und 23. Dez. 1775 und die vom 11. Januar und 22. Februar 1776 nicht die gleiche Würdigung gefunden, wie andere Briefe von geringerer Bedeutung? Der Hinweis auf die Inhaltangabe dieser Briefe in den„Erinne- rungen“ entkräftet die Berechtigung zu dieser Frage nicht. Der Grund liegt tiefer, und wir wollen versuchen, ihn darzulegen.
Zimmermann ist am 7. Oktober 1795 gestorben. Als Caroline Herder die„Erinnerungen“ herausgab, waren 25 Jahre, als Düntzer die Briefe veröffentlichte, waren 62 Jahre verflossen. Das Bild des einst so bedeutenden Arztes und vielgenannten Schrift- stellers war damals durch eigenes Verschulden Zimmermanns und fremde Verunglimpfung sehr verdunkelt. Dazu hat Goethes Schil- derung nicht wenig beigetragen, die er im 3. Bande(Buch 15) von „Dichtung und Wahrheit“ von dem Charakter Zimmer- manns gegeben hat. Am Schlusse dieser Ausführungen heisst es:„Denn auch jene Härte gegen seine Kinder war Hypochondrie, ein partieller Wahnsinn, ein fortdauerndes moralisches Morden, das er, nachdem er seine Kinder aufgeopfert hatte, zuletzt gegen sich selbst kehrte. Wir wollen aber bedenken, dass dieser so rüstig scheinende Mann in seinen besten Jahren leidend war, dass ein Leibesschaden unheilbar den geschickten Arzt quälte, ihn, der so manchem Kranken geholfen hatte und half. Ja dieser brave Mann führte bei äusserem Ansehen, Ehre, Rang und Vermögen das traurigste Leben, und wer sich davon aus vorhandenen Druck- sachen noch weiter unterrichten will, der wird ihn nicht verdammen, sondern bedauern.“
Neben den Beweisen, mit denen Bodemann in seinem Buche „J. G. Zimmermann“ S. 95 und 96 diese schweren Beschuldigungen, deren innerer Widerspruch doch auch hervorgehoben sei, wider- legt, könnten noch viele aus den Briefen Zimmermanns an seinen Freund Sulzer und an Herder herangezogen werden. Wäre es


