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mit scharfblickendem Verstande die grosse Revolution voraus; wir müssen es uns leider versagen, auf die kraftvolle Darstellung ein- zugehen, mit der Zimmermann zu seinen Lesern spricht.
Schon damals litt er an einem Bruchleiden, das den kräftig gebauten Mann später fast zur Verzweiflung brachte. Einen Ruf als Professor der Medizin nach Göttingen schlug er aus. Die Stelle eines königlichen Leibarztes Georg Ill. von England in Han- nover nahm er dagegen an und traf am 29. Juli 1768 dort ein. Zwei Jahre darauf starb dem rasch berühmt gewordenen und viel- gesuchten Arzte die treue Gattin. Häufige Reisen nach Hiamburg, Lübeck und an die Höfe der kleineren Fürstentümer, wo man überall seine ärztliche Kunst zu würdigen wusste, erlaubten dem durch sein Leiden immer mehr heimgesuchten Manne nicht, seinen Kindern die zur Erziehung erforderliche Zeit zu widmen. Der 1Sjährige Sohn kam in eine Pension zu Hannover, die zwei Jahre jüngere Tochter fand freundliche Aufnahme bei Frau von Ompteda.
Durch übermässige berufliche Tätigkeit, durch die Beantwor- tung zahlreicher Anfragen derer, die den berühmten Arzt schrift- lich um seinen Rat und seine Hilfe anriefen, durch regen Brief- wechsel mit seinen vertrauten Freunden verschlimmerte sich das Leiden, das ein längeres Sitzen am Schreibtische unmöglich machte, derart, dass Zimmermann bei dem berühmten Chirurgen Professor Meckel in Berlin Heilung suchte. Lange Wochen verbrachte er in dessen Hause, wo viele bedeutende Männer den Kranken be- suchten und Freundschaft mit ihm schlossen. Auch Friedrich der Grosse hat den hannoverischen Arzt im Schlosse Sanssouci kurz vor dessen Rückkehr empfangen.
Die Beschäftigung mit den Werken der Litteratur war dem kenntnisreichen Manne ein stetes Bedürfnis. Besonders Herders Schriften übten einen grossen Einfluss auf ihn aus, und bald schlossen beide, durch Lavaters Vermittelung, einen Freundschafts- bund. Herder war damals in Bückeburg, wo er seit 28. April 1771 als Konsistorialrat tätig war, ohne jedoch für seine hochfliegenden Pläne den erforderlichen Wirkungskreis zu finden.
Die erste Begegnung der beiden Männer fand am 24. April 1773 statt, als Zimmermann nach Bückeburg berufen worden war, um die leidende Gräfin Maria, die hochherzige Gemahlin des Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe, ärztlich zu behandeln.
Zimmermann wie Herder waren reich beanlagte Naturen, beide beseelte ein unermüdlicher Wissensdrang, beide ernteten schon in jungen Jahren Anerkennung für ihre Werke, beide weckten Miss-


