Aufsatz 
Johann Georg Zimmermann und Johann Gottfried Herder nach bisher ungedruckten Briefen
Entstehung
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rufung Herders nach Göttingen erstrebten, sie geben aber auch wesentliche Gründe dafür, dass dieser Plan scheitern musste.

Herders Gattin hat zwar in denErinnerungen aus dem Leben Johann Gottfrieds von Herder(1820) gerade diese Zeit eingehend behandelt, und die von Düntzer 1857 veröffentlichten Briefe Zimmermanns an Herder bieten eine Fülle von Stoff zur Beurteilung jener Verhandlungen. Doch auch Bode- mann konnte der vollständige Inhalt der unten folgenden Briefe nicht bekannt sein, und deshalb gibt auch sein Buch über Zimmer- mann nur eine unvollkommene Schilderung der grossen Verdienste, die sich dieser in unermüdlicher Tätigkeit um seinen Freund Herder erworben hat.

Johann Georg Zimmermann ist am 8. Dezember 1728 zu Brugg im Kanton Aargau geboren. 1741 kam er auf die Akademie zu Bern. Nach dem Tode seiner Eltern begab er sich zum Studium der Medizin nach Göttingen, wo damals sein berühmter Landsmann Albrecht von Haller wirkte. Bezeichnend für das Streben des jungen Studenten sind die Worte, die er an eine Verwandte nach der Heimat geschrieben hat:lch führe in diesem Lande das Leben eines Menschen, der den Wunsch hat, nach seinem Tode noch zu leben. Seine wissenschaftlichen Ar- beiten hatten Erfolg und brachten ihm die Anerkennung bedeu- tender Männer. Von einer Reise nach Hiolland und Frankreich, die seine Kenntnisse erweitern sollte, kehrte er auf Hallers Wunsch bald zurück, um auf dessen Empfehlung hin Erzieher eines jungen Adligen zu werden. Nach einem Jahre gab Zimmermann diese Stellung wieder auf und ging nach Bern, wo er sich als Arzt niederliess. Dort verheiratete er sich mit einer feingebildeten Dame, die er im Hause Fallers, der inzwischen wieder nach der Heimat zurückgekehrt war, kennen gelernt hatte. Bald darauf sehen wir den jungen Arzt in seiner Vaterstadt Brugg, wo er sein väter- liches Haus bezogen hatte. Ein reger Briefwechsel mit Haller, Bodmer, Breitinger, Wieland, der sich damals in Zürich aufhielt, entschädigte den tatkräftigen Geist dieses Mannes für die ge- zwungene Einsamkeit in dem kleinbürgerlichen schweizerischen Landstädtchen. Zimmermann ist auch Mitbegründer derHl el- vetischen Gesellschaft, der Männer wie Hirrzel, Iselin, Gessner angehörten. Seine drei berühmten Werke:Versuch über die Einsamkeit,Vom Nationalstolz,Von der Erfahrung in der Arzneikunst sind in jener Zeit entstanden. In dem zweiten Werke, das 1758 erschien, sieht er