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Im Jahre 1878 hat E. Bodemann, Königl. Bibliothekar zu Han- nover, ein Buch herausgegeben, das„Johann Georgs Zimmer- manns Leben und bisher ungedruckte Briefe an den- selben“ enthält. Diese Briefe entstammen dem handschriftlichen Nachlasse Zimmermanns und sind in der königlichen öffentlichen Bibliothek zu Hannover verwahrt, wie Bodemann in dem Vorwort zu dem erwähnten Buche sagt. Unter den Briefen sind 14 von J. J. Bodmer, 5 von J. J. Breitinger, 7 von S. Gessner, 5 von der Karschin, 10 von Herder an Zimmermann. Der Briefwechsel Nicolais mit Zimmermann umfasst 13, der zwischen diesem und seinem Freunde J. G. Sulzer zählt 62 Briefe.
Die geringe Zahl von 10 Briefen Herders an seinen Freund befremdet; sie ist ohne Zweifel viel grösser gewesen. Bei der grossen Gewissenhaftigkeit Zimmermanns in bezug auf seinen Briefwechsel ist kaum anzunehmen, dass von ihm Briefe seines Freundes lerder vernichtet worden sind. Bodemann sagt in seinem Vorwort:„Gern hätte ich auch zu dieser Arbeit den im Besitz der Familien von Berger und von Alten befindlichen Nachlass Zimmer- manns benutzt;— solche erbetene Benutzung wurde mir aber leider verweigert.“—(Zimmermanns zweite Gattin war eine ge- borne von Berger.) Wir glauben annehmen zu dürfen, dass in diesem Nachlasse noch Briefe Herders sind; sicher wohl auch Briefe der Kinder Zimmermanns an ihren Vater, die zur Beurtei- lung des Verhältnisses zwischen ihnen von grosser Bedeutung sein müssen, und dies umso mehr, als bis jetzt meines Wissens noch kein Brief der Kinder Zimmermanns an ihren Vater ver- öffentlicht worden ist.
Die von Bodemann abgedruckten 10 Briefe Herders entfallen in die Zeit vom 2. Februar 1774 bis zum 26. März 1776, d. h. in die Zeit, in der die Verhandlungen mit Herder geführt wurden, die eine Berufung dieses bedeutenden Mannes auf einen Lehrstuhl der Göttinger theologischen Fakultät zum Ziele hatten. Auch hierüber hat E. Bodemann eine umfangreiche Abhandlung veröffentlicht, die im Jahre 18790 im 8. Bande des Archivs für Litteratur- geschichte, herausgegeben von Schnorr von Carolsfeld, er- schienen ist. Die hochinteressante Arbeit trägt den Titel:„Herders Berufung nach Göttingen. Mit bisher ungedruckten Aktenstücken und Briefen von Herder.“ Diese sind den Akten der theologischen Fakultät zu Göttingen entnommen; sie erweitern und vertiefen die Kenntnis der treibenden Kräfte, die eine Be-


