Aufsatz 
Johann Georg Zimmermann und Johann Gottfried Herder nach bisher ungedruckten Briefen
Entstehung
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dahin von den Nachkommen herders streng gehüteten Original- Briefe aus dessen Nachlass wieder aufzufinden. Die jetzige Be- sitzerin dieser Briefsammlung ist Frau Billon-Haller in Genf. Ihre Mutter, Frau Pfarrer hialler, geborne von Greyerz, eine Stiefcousine von Frau Dr. Kuby, der Enkelin Herders, lebt in Bern und zählt jetzt 90 Jahre. Die näheren Beziehungen dieser Verwandtschaft, die sich auf die Familien Herder, Huber, Heyne, Forster erstrecken, werde ich an anderer Stelle geben; für diese Arbeit mag die vor- stehende Angabe genügen.

In dankenswerter Weise ist mir gestattet worden, die erwähnte Briefsammlung mit Düntzers Ausgabe zu vergleichen. Eine Reise nach Genf war zu diesem Zwecke nötig, die ich um so lieber unternahm, als ich meine Arbeit in dem Landhause der Familie Billon selbst vornehmen durfte.

Die Ergebnisse meiner Untersuchungen waren überraschend. Fast sämtliche von Düntzer im l. und 2. Bande des WerkesAus Herders Nachlass veröffentlichten Briefe liegen noch vor; ausser- dem sind aber noch viele Briefe erhalten, die von Düntzer über- haupt nicht oder nur auszugsweise gedruckt worden sind. Die Sammlung umfasst nahezu 300 Original-Briefe, wovon 34 von Goethe an Herder geschrieben worden sind; von Herder oder dessen Gattin stammen 73, von J. G. Zimmermann 40, von Lavater 27, von M. Claudius 51, von G. Forster 5, von Richter 45, von Lenz 15. Daneben liegen eine Reihe von Briefen einzelner Per- sönlichkeiten vor, die in jener grossen Zeit ebenfalls mit Herder in Verbindung standen. In den von Düntzer veröffentlichten Briefen sind zahlreiche, zum Teil recht umfangreiche Stellen überhaupt nicht aufgenommen worden, was insofern zu bedauern ist, als ge- rade sie zur Beurteilung Herders und seiner Freunde oft sehr wichtig sind; 13 Briefe Zimmermanns an erder, 15 von M. Claudius, 16 von Richter fanden überhaupt keine Berücksichtigung. Und da, wo die Briefe ihrem gesamten Wortlaute nach gegeben sind, ist der Abdruck doch sehr ungenau, die ursprüngliche Schreibart wird nicht gewahrt, Satzzeichen werden oft willkürlich gesetzt, einzelne Worte sogar falsch gelesen und danach gedruckt.

Dies betrifft besonders auch die Goethe-Briefe. Düntzer gibt im ganzen 100 Briefe Goethes an Herder; 35 haben ihm noch im Originale vorgelegen, die übrigen sind nach Abschriften aufge- nommen worden.

Die noch vorhandenen Goethe-Originale sind umso wichtiger, als sie bestimmte Gruppen abgeben, von denen die Briefe aus