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2. Zwischen einem Paar Gegensätze liegt allemal ein Paar Entstehungsweisen, ue- rasd duοεεουν νπἀνπυιν τυ eναντinνν υαυεeς ννποωιυππ συνονά˙εεεαςα p. 71 A, als Uebergänge von dem einen Gegensätzlichen in das andere; z. B. zwischen Gross und Klein liegen die Uebergänge: Zunehmen und Abnehmen, εέαννα εα ναάα †ρεσινειιν p. 71 B.
3. Wie dem Schlafen das Wachen entgegengesetzt ist, so dem Todtsein das Leben. p. 71 C. Als Gegensätze müssen sie dem Gesagten zufolge auseinander entstehen und zwei Uebergänge ineinander aufweisen. Beides springt beim ersten Paar Gegensätze so- fort in die Augen; denn in der That entsteht aus dem Schlafen das Wachen und aus dem Wachen das Schlafen p. 71 C.; die Uebergänge aber zwischen ihnen sind: Erwachen und Einschlafen. So nun wird es sich auch mit dem andern Paar Gegensätze verhalten: dem Leben und Todtsein. In der That entstehen sie denn auch erstens auseinander. Aus dem Lebenden entsteht das Todte, aus dem Todten nothwendig das Lebende und die Lebenden; en Tν τεεννεατιν(ς 1ν ⁵αμνυ⁴ εᷣ α ooi Sreg vifvovrat p. 71 D. Dann begegnen wir auch bei ihnen zwei Uebergängen; der eine vom Leben zum Tode liegt offen zu Tage; es ist das Sterben; als den andern müssen wir nothwendig setzen den vom Tode zum Leben; es ist das Wiederaufleben, ο ασe|ναμιμαανες εαι p. 71 E. Also auch auf diese Weise kommt es heraus, dass wie die Todten aus den Lebenden, so die Lebenden aus den Todten entstehen. p. 72 A.
4. Setzen wir nicht einen solchen Kreislauf im Wechsel entgegengesetzter Zustände an, sondern nur einen gradläufigen Uebergang des einen in den andern, keinen rück- läufigen, so wird bald Alles in einerlei Zustand sich befinden, 10 αο παἀ˙ιοο» τπααἀ̈ οοι p. 72 B. Wenn dem Einschlafen kein Aufwachen folgt, so wird bald Alles im Schlafe verharren, Endymion eine leere Posse; bei der einseitigen Annahme einer Mischung ohne Sonderung haben wir bald ein wirres Durcheinander, öu⁵ naνra oijuara. Wenn nicht das Todte und Lebende sich in diesem Kreislauf befinden, das Todte zwar aus dem Le- benden, nicht aber das Lebende aus dem Todten hervorginge, so würde bald Alles vom Tode verschlungen sein. p. 72 D. cfr. Republ. X. 611-A.
Mit vollem Rechte behaupten wir demnach, dass es ein Wiederaufleben gebe, dass aus den Todten die Lebenden entstehen und die Seelen der Gestorbenen leben p. 72 D (und: dass es den Guten besser, den Bösen aber schlimmer ergeht. Zusatz p. 72 E).
In diesen vier Momenten hat Plato den ersten spekulativen Beweis für die Unsterb- lichkeit der Seele dargelegt. Das erste und zweite Moment legen uns zwei Naturgesetze vor, welche die Erfahrung bestätigen soll. Beide finden im dritten Momente ihre Anwen- dung auf die analogen Zustände des Wachens und Schlafens, des Lebens und Todtseins. Das daraus auf directem Wege gewonnene Resultat findet im vierten Momente auf indi- rectem Wege eine neue Bestätigung.
Darnach scheint uns dieses die Summe des Beweises zu sein:
Entgegengesetzte Zustände entstehen durch Uebergänge auseinan der. Ist dies bei allen gegensätzlichen Zuständen, ist es insbesondere beim Wachen und Schlafen der Fall, dann wird es analog auch bei den gegensätzlichen Zuständen des Lebens und Todtseins der Fall sein, die zumal den Gegensätzen von Wachen und Schlafen so nahe verwandt sind. Leben und Todtsein entstehen also auseinander, und es gibt zwischen ihnen zwei Ueber- günge; Absterben ist der eine, der ihm correspondirende das Wiederaufleben. Also, so


