Aufsatz 
Lahnstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
(Beiträge zur Lahnsteiner Geschichte. II.)
Entstehung
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Garniſon aus Oberlahnſtein auf eigene Koſten herausgeſchafft und die Stadt Ihrer Kgl. Majeſtät überantwortet habe, und bat um Aufrecht⸗ haltung ſeiner Rechte, die in voller Ausführlichkeit beigefügt wurden. Kurz zuvor hatten auch die naſſauiſchen Räte in Idſtein an den Kanzler geſchrieben und ihm bemerkt, daß die Handlungsweiſe des Lahnſteiner Amtmanns im Widerſpruch ſtehe mit dem früheren Verſprechen des Statthalters des Erzſtifts, des Kriegsrats Joh. Sparr.

Der Tod Guſtav Adolfs und die folgenden Kriegsereigniſſe haben anſcheinend die Verhandlungen unterbrochen. Das nächſte Schriftſtück datiert vom 8. Okt. 1633. Oberſtlieutenant Kohlers, der Befehlshaber der ſchwediſchen Truppen in Oberlahnſtein, bittet den Amtmann in Naſſau, er möge eine Anzahl Fuhrwerke auftreiben und dieſelben nach Becheln ſchicken, wo die Förſter ihnen Holz für die Garniſon anweiſen würden, damit der Ort nicht ruiniert und die Garniſon durch Einreißen der Häuſer geſchwächt würde.

Zur ſelben Zeit lief in Idſtein ein Schreiben ein von der Gemeinde Miehlen. Dieſe hatte im Jahre 1624 bei ſchwerer Einquartierung der Kaiſerlichen zur Verhütung gänzlichen Ruines von dem Beſeher in Lahnſtein 500 Gulden leihen müſſen gegen einen jährlichen Zins von 30 Gulden. Zu anfänglicher Verehrung, damit ſie das Geld deſto leichter erhalten möchten, verſprachen ſie dem Beſeher 9 Maß Butter. Dieſer hatte ſich inzwiſchen zu ſeiner Sicherung nach Köln begeben und war noch daſelbſt. Nun forderte der ſchwediſche Amtmann das rück⸗ ſtändige Geld und auch die Butter.Dieweil aber Miehlen durch die zu Oberlahnſtein gelegenen Spanier zu verſchiedenen Malen mit ſehr harter Geld⸗ und anderen Forderungen mitgenommen, bat die Gemeinde die naſſauiſchen Räte um Hülfe. Beigelegt iſt ein Brief des Rasmus, der ihnen mitteilt, die Miehlener hätten ſich verlauten laſſen, der Beſeher könnte kommen und mit ihnen rechnen. Am Freitag hätten die Herren zu erſcheinen und Quittung vorzulegen über Geld und Butter, ſonſt werde er ſehen, ob er nicht am Samſtag 100 Mann hinanfſchicken könnte, die ſie zur Vernunft brächten.

Graf Johann ſandte beide Schreiben nach Mainz und erhielt um⸗ gehend die Antwort, daß bezüglich der Zinſen und der Butter der Amt⸗ mann bis auf weiteren Bericht einhalten ſolle. Was aber die Holzfuhren angehe, ſo möge der Graf des Amtmanns Begehren erfüllen, da die Garniſon doch notwendigerweiſe mit Holz verſehen ſein müſſe.

Um dieſelbe Zeit begann auch wieder die Sorge um den Wein⸗