Aufsatz 
Lahnstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
(Beiträge zur Lahnsteiner Geschichte. II.)
Entstehung
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zehnten. Amtmann Emmerich meldete nach Idſtein, daß in Scheuern der Wein erfroren ſei, in Naſſau nicht, aber man fändean 3 oder 4 Stöcken kaum ein Träublein. Vogt Mangolt von Lahnſtein hatte noch nichts geſchrieben. So wandte ſich Graf Johann wieder nach Mainz und bat die Regierung, den Amtmann anzuweiſen, daß er den vorjährigen und den jetzigen Weinzehnten verabfolge. Die Räte erwiderten am 30. Okt. Rasmus ſei augenblicklich in Mainz und habe erklärt, es hätte niemand den Zehnten geſammelt, alſo hätte er es gethan, doch ſolle er denſelben gegen Erſtattung der Sammelkoſten verabfolgen. Inbezug auf die Holz⸗ fuhren ſolle der Graf eine Anweiſung an den Amtmann in Naſſau er⸗ gehen laſſen, denn weil das Amt Naſſau ſich der Feſtung Lahnſtein im Notfalle zu erfreuen habe und aus dem Walde Nutzen ziehe und ihn beweide, könne es auch wohl einige Fronfuhren leiſten, da es im Lahn⸗ ſteiner Walde nicht an Holz, wohl aber in der Stadt an Fuhrwerken mangele. Johann dankte für die Gewährung der Zehnten und verſprach die Holzfuhren zu unterſtützen, nur ſollte die ſchwediſche Regierung die Mitherrſchaft im Amte Naſſau, Naſſau⸗Katzenelnbogen, um eine Mit⸗ verordnung an die gemeinſchaftlichen Unterthanen erſuchen.

Mit dem Schreiben der ſchwediſchen Regierung verſehen, begab ſich Emmerich von Naſſau nach Lahnſtein. Rasmus verſprach die Unkoſten zu berechnen und den Wein zu liefern. Auch übergab er ihm ein Schreiben an den Grafen, worin er ausführte:Vergangenes Jahr bin ich fremd und unbekannt mit den Verhältniſſen als Amtmann hierhergeſetzt worden mit dem Befehl keinerlei Gefälle zu verabfolgen ohne Anweiſung Sparrs. Nun kommt der Befehl. Alldieweil aber allhie, daß Gott er⸗ barm, zwei ſchlechte, ſehr ſaure und wenig weinreiche Jahr gefallen ſind, und ich des Weins, obgleich er ſchlecht, wegen der Garniſon nicht wohl entraten kann, da wir doch noch mehr Wein herkommen laſſen müſſen, ſo will ich ſtatt der hieſigen Weine andere von Elfeld im Rheingau ſchicken laſſen, u. dieſelben, wenn es Eure Gnaden beliebt, überſenden.

Emmerich erklärt in ſeinem Begleitſchreiben dieſes Anerbieten in ſeiner Weiſe. Er meint:Der ſchwediſche Amtmann iſt einſeltzamer fandaſt. Er hat mir mürdlich geſagt, daß er von Elfeld oder Bacharach Weine kommen laſſen wolle, doch ſollen dort die Trauben erfroren und ſchlechter als die Lahnſteiner ſein. Aber, wie der Graf will. Das Jahr verſtrich, der Lahnſteiner Wein war an die Soldaten verteilt, der Eltviller kam nicht. Rasmus ging um die Weihnachtszeit auf 4 Wochen nach Mainz. So mußte im Januar 34 Emmerich nach Idſtein be⸗