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ernſtlichen Anfang zu machen“ und ſandten dieſerhalb den Wendel Eimuth und Thiebes Rheinbey zum Amtmann nach Baſſenheim, erhielten aber eine abſchlägige Antwort.
Die Rechnung zu führen über Einnahmen und Ausgaben der Stadt war Sache der beiden Bürgermeiſter, von denen alljährlich einer aus dem Rat gewählt wurde. Sie haben ihr Amt durchweg in Treue geführt, nur einmal im Jahre 74 finden wir den merkwürdigen Amts⸗ befehl, daß die Bürgermeiſter und Schützen bei Strafe von 25 Gld. auf Niederlahnſteiner Kirmeß keinen Baum den Bendern oder ſonſten ver⸗ kaufen und, wie geſchehen, verſaufen ſollen.
Ebenſo wie die Bürgermeiſter wurden auch die 4 Flurſchützen und die 4 Stadtförſter jährlich gewählt; ein ſtändiger Förſter hatte außerdem die Aufſicht über die wenigen kurfürſtlichen Gebiete, insbeſondere den ſogen. Forſtwald. Sie erhielten von den Strafgeldern für Forſt⸗ und Flurfrevel die Hälfte. Zur Unterſtützung des Stadtfrons, der für ſeine Thätigkeit 8 Gld. und 2 Paar Schuhe erhielt, wurden am Samſtag vor Kirchweih noch 4 Wäpner“) eingeſetzt, um jeden Unfug wegen des Feſtes zu verhüten. Dafür durften ſie am folgenden Montag an der Metzel⸗ ſuppe auf dem Rathauſe teilnehmen zuſammen mit den Schöffen. Sie wurde von der Gemeinde beſtritten, und es ging infolgedeſſen nicht allzu hoch her. Darum nennt ſie auch der Gerichtsſchreiber„ein fein ehrbares Gelag.“
Rirche und Bchule. Die einſt reichen Einkünfte der Kirche waren nach und nach ſehr zuſammengeſchmolzen. Die der Kirche, Früh⸗ meſſe und Präſenz gehörigen AÄcker lagen vielfach wüſt und unbebaut. Die Erträge des Antonius⸗Katharinen⸗ und Barbaraaltars waren vom Kurfürſten eingezogen, und bei dem Streit um den naſſauiſchen Zehnten, wovon dem Pfarrer ein Teil zukam, wurde dieſer ebenfalls öfters ge⸗ ſchädigt. Dafür gab der Kurfürſt von Mainz ihm jährlich 5 Mltr. Korn und 1 ½ Malter Hafer, wogegen der Pfarrer die Seelſorge auf den neuerbauten Höfen übernehmen mußte, was manchmal nicht ohne Gefahr geſchah. So brach der Kaplan Severus Knopf im tiefen Schnee zu⸗ ſammen und wurde von des Weges kommenden Bauern aufgenommen und für tot nach Becheln getragen. Daher kam es, daß 1693 der Pfarrer Limpert klagen mußte: Ich finde, das früher bei 10 Geiſtliche hier geweſen ſind, die die Laſt tragen halfen, jetzt bei den geringen Ge⸗
¹) Gewappnete.


