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Schale. Ein Vorgebratenes mit Wildbret, Rindfleiſch mit geſottenen Hühnern und Senf dabei. Darnach Schwarzpfeffer mit Wildpret, Reis⸗ brei und Gebratenes, das ſoll ſein von Geiſen, Spanferkeln und Hahnen, darnach ein Gallereydt, darin ſollen ſein Hühner und Spanferkel. Dar⸗ nach Gebackenes mit Zucker, Käſe, Äpfeln und Nüſſen. Nachmittags ſoll man uns geben ein friſch Gebratenes, Leberſoll mit Ferkeln und Hühnern, ein friſch Gebackenes, Käſe und guten Weins genug von dem Morgen an bis auf den Abend, und wäre es, daß deren eins mangelt, ſo ſoll man uns den anderen Tag ein Mittageſſen geben.“ An dieſem ſolennen Eſſen nahmen nicht nur die Schöffen, ſondern alle, die im Dienſte der Stadt ſtanden, teil, etwa 60 Perſonen; nur die 7 Schröter wurden vorher bei brennender Kerze geſpeiſt, und wenn dieſe erloſch, er⸗ hielt jeder ein Maß Wein, ein Pfd. Fleiſch und ein Brot mit nach Haus. Es kann uns nicht Wunder nehmen, wenn die Beamten, die ſo manchen mageren Tag im Jahre ſahen, bei dieſer Gelegenheit dem Dargebotenen wacker zuſprachen. So mußte 1673 der Schöffe Lieſcheidt mit einer Ohm Wein beſtraft werden, weil er„ſich auf der Gerichtsſtube wider Vernunft mit Eſſen und Trinken zu viel repetieret“ ꝛc. Die Naſſauer Grafen aber waren dem teuren Bruch recht wenig hold, und mancher Brief wanderte zwiſchen Weilburg und Mainz, worin um Abſchaffung desſelben gebeten wurde. Noch 1699 ſchrieb die Weilburger Regierung: „Mit dem Schöffeneſſen geht ein ſolcher ſündlicher Exzeß vor, daß am beſten wäre, wenn ſolche Schwölgerei abgeſtellt, und dafür eine mäßige Summe zum beſten der Gemeinde verrechnet würde.“ Zollſchreiber und Gemeinde jedoch wehrten ſich, weil die Naſſauer zwar den Zehnten voll haben, die Entſchädigung für das Eſſen aber nur mäßig berechnen wollten.
Neben dem ariſtokratiſchen Kollegium der 14 Schöſſen, das ſich durch Kooptation ergänzte, treten die 6 Ratsherren, die alljährlich von der ganzen Bürgerſchaft neu gewählt wurden, in den Hintergrund. Sie hatten naturgemäß den Teil der Bürger zu vertreten, der nicht zu den Schöffenfamilien gehörte, und zuweilen tritt ein ſchwacher Gegenſatz zwiſchen Schöffen und Rat hervor.
In den Fällen, die dem Gericht zur Beurteilung unterlagen, ſpielen diesmal die Schimpf⸗ und Scheltworte eine weniger wichtige Rolle. In der Hauptſache ſind es Schuldklagen, Käufe und Verkäufe, Erbſchafts⸗ angelegenheiten und dgl. Nur einmal hatten Gericht und Rat nicht übel Luſt, ſich auf das Feld der hohen Juſtiz zu begeben. Am 16. Mai 1660 beſchloſſen ſie,„zur Ausrottung des verdammlichen Zauberei⸗Laſters einen


