III. Innere Angelegenheiten. Stadt und Umgebung.)
Unſere Stadt hatte im Jahre 1668 117 Häuſer; dazu kam noch der Pfarrhof und 5 adelige Behauſungen: die Höfe der Junker Ludwig und Friedrich von Stein, der Ingelheimer Hof, der Brandenburgerhof, der dem Jeſuitenkollegium zu Coblenz gehörte, und der Pyrmonter Hof des Herrn von Honsbruch, in dem der Beſeher von Keſſelheim wohnte. Verhältnißmäßig wenige Neubauten ſind im Laufe des Jahrhunderts hin⸗ zugekommen, trotzdem der Erbauer eines neuen Hauſes alles nötige Eichenholz umſonſt aus dem Stadtwalde holen durfte und auf viele Jahre hinaus von manchen Abgaben befreit war.²) Die dauernden Kriegs⸗ unruhen ließen die Bauluſt nicht aufkommen, und innerhalb der Stadt⸗ mauern lag mancher verödete Bauplatz und mancher Wein⸗ und Obſt⸗ garten. Die Namen einzelner Häuſer: zum Roſenbaum, zum Wolf, zum ſchwarzen Adler weiſen auf ihre Beſtimmung hin.
Hatte die Stadt nur wenige Häuſer, ſo wies ſie um ſo mehr Gaſſen und Gänge auf. Es waren neben der Hochſtraße 23. Sie mögen hier in der Reihenfolge ſtehen, wie ſie in einem Regiſter der Frühmeſſe vom Jahre 1678 aufgezeichnet ſind. 1. Die Zollgaſſe, 2. die Taubergaſſe, 3. die Schwarzgaſſe, 4. die Biſchofsgaſſe, 5. die Behren⸗ gaſſe, 6. ein Gäßchen zu Weißges Garten bis an den Mainzer Hof, 7. ein Gäßchen bis zum Heringsgarten, 8. die Korb⸗ und Kellergaſſe, 9. ein Gäßchen zum Grätzesborn, 10. ein Gang bis zur Schule, 11. die Kirchgaſſe, 12. die Kegelbahn neben der Neuerburg, 13. u. 14 2 Saal⸗ gaſſen, 15. die Frühmeſſergaſſe, 16. die Schlimmbackhausgaſſe, 17. die Schülergaſſe, 18. die Paradiesgaſſe, 19. die Viehgaſſe, 20. die Hühner⸗ gaſſe bis an die Hospitalkirche, 21. Nädergaſſe 22. die Langwieſergaſſe,
23. die z äelgnſſe
¹) Vieles in der nachfolgenden Darſtellung iſt dem Oberlahnſteiner Juris⸗ diktionalbuche(W. St.) entnommen, das die Verhältniſſe der Stadt und ihrer Bürger im Jahre 1668 darſtellt.
²) Anfangs 20, ſpäter 10 Jahre. Ein neu hinzugezogener Bürger zahlte 4 Rchsthlr. Bürgergeld.


