Aufsatz 
Lahnstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
(Beiträge zur Lahnsteiner Geschichte. II.)
Entstehung
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und neu gemacht werden trotz der großen Koſten. Bereits am 8. Okt. konnte der Schultheiß von Oberlahnſtein dem Kurfürſten mitteilen, daß die Braubacher am Koppelſtein Trauben geleſen unter Beihülfe des Kommandanten mit ſeinen Soldaten und auch den Zehnten von Wein⸗ bergen genommen hätten, die zu Oberlahnſtein gehörten. Ferner hätten ſie den Bildſtock um und um geſetzt, einen Galgen darauf eingeſchnitten und ſich noch dabei gloriiert, als hätten ſie die Mauern Konſtantinopels überteufelt. Erſt am 20. März 1662 wurde ein vorläufiger Vergleich in Frankfurt getroffen, nach welchem bis zu einem ſpäteren Austrage auf den ſtrittigen Orten alles dem Herkommen gemäß gehalten werden ſollte. Die Streitigkeiten nahmen bald wieder ihren Anfang, und am Ende des Jahres 76 dachte man abermals an die endgültige Entſcheidung. Im November war eine mainziſche Kommiſſion hier unter dem Kanzleidirektor Dr. Bentzel, um die Fundamente für die Lahnſteiner Anſprüche feſtzu⸗ ſtellen; durch den Tod beider Landesfürſten wurde die Sache wieder vertagt.

Dann waren noch einmal Dr. Heydel und Kammerrat Agricola hier, aber die Angelegenheit ruhte dennoch. Im Frühjahr 1682 beim Hochwaſſer nahmen die Braubacher den Bildſtock und ließen ihn treiben; aber die Lahnſteiner fiſchten ihn auf und ſetzten ihn wieder an ſeine Stelle. Da gingen die Braubacher um Mitternacht mit 50 Soldaten hin und warfen ihn abermals in den Rhein. Ein neuer wurde aufge⸗ richtet, der hatte dasſelbe Schickſal. Erſt im folgenden Jahre wurde ein anderer an die Stelle geſetzt, nachdem die Braubacher auf den Beſchluß der Deputierten beider Lande 6 Gulden für die weggeſchwemmten bezahlt hatten.

Nun begannen die Streitigkeiten aufs neue. Die Braubacher nahmen mit Gewalt den Zehnten von zwei Lahnſteiner Weinbergen am Koppelſtein, pfändeten einen Ochſen in den ſtrittigen Wieſen, und der Zollſchreiber hielt ihr Schiff an und nahm ſo viel Waren, wie der Wert des Ochſen und des Zehnten betrug. Im Jahre 1696 wollte man der Sache wieder näher treten und neue unparteiſſche Feldſcheider wählen. Zuvor aber gedachten die Lahnſteiner noch eine Meſſung des Bezirkes vorzunehmen. Glücklich hatten ſie mit einiger Mühe einen Landmeſſer von Ehrenbreitſtein geholt und ihn bei ſeiner Ankunftmit Wein wacker begrüßt. Man überlegte, ob man nicht bei Nacht mit bewehrten Bürgern das Meſſen vornehmen ſollte und ſuchte dem Landmeſſer die Sache klar zu legen. Dieſem aber war von dem Empfangstrunketwas