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Eiferſüchtig wurde von Gemeinde und Staat darüber gewacht, daß nicht ein Fuß breit Landes verloren gehe oder das Hoheitsrecht des Fürſten einen Abbruch erleide. Gemütlich lieſt ſich's, wenn der Zoll⸗ ſchreiber erzählt:„Im Forſtgrund, etwa 1 Meile von hier iſt eine kleine Bach, welche hieſige und heſſiſche Gemark ſcheidet, etwas länger als ein Musketenſchuß, darin giebt es jederweilen Krebſe und Forellen. Selbige Bach aber wird von keinem Teil einzig, ſondern vom Amtmann zu Braubach und Zollſchreiber zu Oberlahnſtein ein über das andere Jahr gefiſcht. Alsdann giebt es vielleicht ein Eſſen Krebſe und Forellen, welche jeweilen an der Bach zugerichtet und genoſſen werden. Koſtet alſo die Fiſcherei mehr, als der Fang wert iſt; allein wird es darum exerciert zu Erhaltung jeder Herrſchaft Gerechtigkeit.“ Kam man hier friedlich mit einander aus, ſo entbrannte der Streit deſto heftiger über ein Jahr⸗ hundert am Schlierbachthale und entwickelte ſich am Ende unſerer Periode zu einem kleinen Krieg im Frieden. Da wo der Schlierbach in den Rhein mündet, ſtand ein Bildſtock mit dem Mainzer Wappen; nicht weit von der Quelle des Baches auf einem kleinen Hügel das Oberlahnſteiner Hochgericht, während der Braubacher Galgen von dem Nachbarhügel herüber winkte. Nun betrachtete man in Oberlahnſtein den Bildſtock und den Bach als Grenze, während dieſe von den Braubachern etwas weiter nach unten verlegt und die ſogenannten Wetzlarer Wieſen und der Koppel⸗ ſtein als der heſſiſchen Jurisdiktion zuſtändig betrachtet wurden. Zu einem ernſteren Zuſtammenſtoß kam es im Jahre 1653, als die Lahn⸗ ſteiner Bürgerſchaft unter dem Zollſchreiber und Kommandanten Albrecht von Lauterburg, begleitet von Notar und Zeugen am 20. und 21. Auguſt ihren feierlichen Grenzumgang machte. Sie kamen am Morgen des letzteren Tages von Becheln her in den Steinweg an der Schlierbach. Da ſahen ſie in dem tiefen Steinweg den Amtskeller von Braubach, den Kommandanten der Marksburg, Hauptmann Henſel, und den Forſtmeiſter. Daneben ſtand die geſamte Bürgerſchaft mit Obergewehr, der Ausſchuß aus den Amtsdörfern und einige Soldaten. Sie ſperrten den Gang und drängten die Lahnſteiner nach rechts in einen tiefen Graben, denn das ſei der richtige Gang. Lauterburg proteſtierte, brach dann aber den Gang ab, um Blutvergießen zu vermeiden, und zog auf unbeſtrittenem Gebiet in die Stadt zurück. Dann bat er in Mainz um mehr Mann— ſchaft, damit er den Gang nötigenfalls mit Gewalt zu Ende führen könne, und der Kurfürſt Joh. Philipp war ſeinem Begehren nicht abgeneigt. Aber erſt am 18. Januar des folgenden Jahres wurde der Reſt des
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