Aufsatz 
Lahnstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
(Beiträge zur Lahnsteiner Geschichte. II.)
Entstehung
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Das Jahr 1692 war für unſere Gegend friedlich; doch hatte die Gemeinde auf kurfürſtlichen Befehl noch 252 Gld. zu den Koſten der früheren Kriegszüge beizutragen. Dann erſchienen am 20. November noch 10 Dragoner mit einem Korporal, und die Gemeinde entſchloß ſich, zur Verhütung von Ungebühr ihnen aus gutem Willen zu ihrem Servis auch Brot und etwas Gemüſe zu geben. Als Erſatz für die Kriegs⸗ gefahr wurde die Stadt am 18. u. 20 September durch mehrere heftige Erdſtöße erſchreckt.

Das Jahr 93 brachte dreifache Schatzung mit 1134 Gld. ¹) Der Krieg aber berührte unſere Gegend nicht mehr, und ſo konnte der Kur⸗ fürſt im Herbſt 95 u. 96 teils hier, teils in Ems ſeinen Hof halten, wo er die Kur gebrauchte.) Im September 97 waren Engländer unter General Graf von Frieß in Braubach, und der dortige Amtmann hatte alle Hände voll zu thun, um Offiziere und Soldaten in die Schiffe zu bringen, die die fremden Gäſte der Heimat zuführen ſollten. Gelegentlich finden wir noch Soldaten des kaiſerlichen Generals von Thüngen erwähnt, der lange Zeit in Mainz Kommandant war. Als der Krieg bereits zu Ende und der Ryswiker Friede geſchloſſen war, kam um die Weinleſe des Jahres 99 ein Trupp Thüngenſcher Soldaten von Ems und lagerte teilweiſe vor den Thoren der Stadt, ſodaß die Feldſchützen ſich durch einige bewehrte Bürger verſtärken mußten, um die Weingärten vor nächt⸗ lichen Beſuchern zu ſchützen.*) Die ſtändige Beſatzung beſtand ſeit 1698 wieder aus Soldaten des Hauptmanns von Wonsheim.

II. Grenzſtreitigkeiten.

Neben den großen Kriegen des Jahrhunderts ging für unſere Stadt noch ein kleiner, der die Gemüter der Bürger nicht weniger erregte: das war der Streit um die Grenze zwiſchen Oberlahnſtein und Braubach, Mainz und Heſſen⸗Darmſtadt.

¹) Oberl. Ratsbuch.

²) In den Jahren 93 und 94 ließ der Kurfürſt für ſich ein Haus in Ems bauen, wozu die Stadt Eichenſtämme nund Arbeiter ſandte, dochnur aus gutem Willen, nicht aus einiger Gerechtigkeit.(Oberl. Gerichtsb.)

³) Irrungen zwiſchen Mainz und Heſſen(Wiesb St.)