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Unterhaltung des Langwiedſchen Dragonerregiments monatlich 55 Gulden beitragen und 8 Tage vor Ausgang des Monats nach Mainz zur Kriegs⸗ kaſſe liefern. Bald wurde dieſe Summe auf monatlich 62 Gld. erhöht. wogegen die Gemeinde Beſchwerde einlegte, aber ohne Erfolg. ¹) Im Juni 90 rückte wieder eine Beſatzung hier ein unter dem Hauptmann Fechenbach vom Regimente des Grafen von Leiningen. Am 9. Juni wurde vor Gericht und Rat beſchloſſen, daß ein jeder Jude, weil dieſe keine Soldaten logierten, monatlich 1 Gld. Kriegsſteuer zahlen müſſe. Auch ſollte der Zollſchreiber und Hauptmann Fechenbach angegangen werden, damit kein Soldat auf die Acker gehen dürfe, da die Dieberei überhand nehme. Am 14. September kam der Befehl, daß die Stadt Lahnſtein 48 Malter und 3 Semmer Korn, 41 Malter Hafer, 101 Centner 28 Pfd. Heu und 180 Gebund Stroh zum Magazin zu liefern und die Verteilung auf Bürger und Hofleute ſofort vorzunehmen habe. Sie geſchah nach dem Vermögen dergeſtalt, daß beiſpielsweiſe zu den 48 Malter Korn ein jeder Bürger ein Semmer, jede Witwe ½ Semmer und diejenigen, die monatlich 12 Alb. Kriegsſteuer zahlten, ein zweites Semmer beitrugen. Ebenſo wurde im November eine Ver⸗ brauchsacciſe eingeführt, wonach jeder, der monatlich 6 Alb. Kriegsſteuer entrichtete, noch 2 Alb. Acciſe geben mußte. Die nächſten Monate brachten noch verſchiedene Einquartierung; im Taufbuche begegnen uns Soldaten und Offiziere der Regimenter Rollinger und Wandel. Gegen Ende des Jahres war die Beſatzung wieder kleiner und im Jan. 91 wurde ſtatt des Hauptmanns Fechenbach ein Fähnrich von deſſen Kompagnie Kommandant. Auch war man vor dem Feinde bereits ſo ſicher, daß 3 Bürger in der Nacht des 8. Jan., als ſie am Zoll die Wache hatten, an die Kirſchpforte gingen und eine von den dort ſtehenden Palliſaden abhieben, um ihre Wachtſtube damit zu heizen. Bei näherer Beſichtigung der Palliſaden fand ſich, daß bereits 6 oder 8 auf dieſe Weiſe verſchwunden waren.²) Doch machte ſich der Krieg in ſeinen ver⸗ derblichen Folge für die Sittlichkeit noch bemerkbar. Im Juni wurde ein neugeborenes Kind am Viehthor gefunden und ins Hospital gebracht, wo es den Namen„Amſchlag“ erhielt, weil es am Schlage gefunden worden war. ³)
¹) Oberl. Gerichtsbuch. ²) Oberl. Gerichtsbuch. ³) Oberl. Kirchenbuch.


