Aufsatz 
Lahnstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
(Beiträge zur Lahnsteiner Geschichte. II.)
Entstehung
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Einlangung dieſes zu Ihre Kurtrieriſche Liebden zu begeben und ihr dieſe unſere Erklärung zu wiſſen zu laſſen, damit der Accord von deroſelben durch eine beſondere Schrift ratifiziert und konfirmiert werden möge. Du, unſer Kommandant, aber haſt dich, wenn die Kurtrieriſchen unſeren Poſten zu Lahnſtein beſetzt haben, obbeſagtermaßen nach Königſtein zu begeben, wo du kraft dieſes eingelaſſen werden und das Kommando über unſere daſelbſtige Garniſon führen, den Poſten auch gegen männiglich nach Soldaten Manier und Gebrauch aufs beſte defendieren und behaupten ſollſt. ¹)

Leider endet damit die intereſſante Korreſpondenz; doch können wir aus Einträgen im Kirchenbuch einen Schluß auf die folgenden Ereigniſſe machen. Trieriſche Truppen kamen wirklich, denn am 3. und 5. Jan. 89 werden Soldatenkinder der hieſigen trieriſchen Beſatzung getauft, wobei das eine Mal ein Lieutenant Melbaum Pathe iſt. Desgleichen wird bereits am 28. Dez. ein Hauptmann Bairnois erwähnt, der wohl die Trierer befehligte. Inbezug auf den Kommandanten von Wonsheim aber muß der kurfürſtliche Entſcheid ein anderer geworden ſein; denn Soldaten der mainziſchen Beſatzung werden neben den trieriſchen aufgeführt, und ebenſo von Wonsheim und deſſen Tochter. Es ſcheint aber, daß die Trierer die Stadt bald wieder verließen, denn nach dem Januar werden ſie nicht mehr genannt. Dafür kam in den folgenden Monaten mancherlei andere Einquartierung, und die Bürger wurden vielfach mit Fourage⸗ lieferungen beſchwert. Am 27. Februar wird einer der Hofleute ange⸗ wieſen, an Herrn Hauptmann Goltz wöchentlich ein Pfund Unſchlitt und alle 2 Wochen 3 Wagen Holz zu liefern; ebenſoviel mußte der Grenzlocher Hofmann dem Hauptmann Wentz bringen; der Hofmann von Buchholz wöchentlich einen Wagen Holz; der von Kirſchheimersborn 1 Wagen Holz und 1 Pfd. Unſchlitt, der von Dörſtheck wöchentlich 2 Pfd. Unſchlitt ꝛc.

Am 1. April und Mai war eine Abteilung des keaiſerlichen Regimentes Starhemberg unter dem Hauptmann Wallerbeck hier in Quartier; der Oberſt wohnte in Ems. Am 5. Mai beſchloß Gericht und Rat eine Bittſchrift an dieſen einzureichen, weil die Stadt die ſchwere Fouragelieferung nicht leiſten könne. Thomas Lieſcheid über⸗ brachte dieſelbe; mit welchem Erfolge iſt nicht geſagt. Auch die Mannes⸗ zucht der fremden Soldaten war nicht immer die beſte. So beſchwerte ſich im Januar die Witwe Jungmann, daß der bei ihr einquartierte ¹) Beide Schreiben ſind im Würzburger Staatsarchiv.