Aufsatz 
Lahnstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
(Beiträge zur Lahnsteiner Geschichte. II.)
Entstehung
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14.,

Trier und ſtellte ihm vor, daß die Stadt hinlänglich mit Mannſchaft beſetzt ſei, und daß man ohne Einwilligung des Landesherrn nicht eine andere Beſatzung einnehmen dürfe. Der Kurfürſt war ſehr gnädig und meinte, man wolle durchaus nicht dem Erzbiſchof von Mainz in deſſen Präjudiz ein- oder vorgreifen, ſondern man wolle nur ſeiner hohen Erwägung anheim ſtellen, daß die Stadt ſo nahe bei der Feſtung Ehren⸗ breitſtein gelegen und darum in beſtändiger Gefahr ſei, und daß gegen eine größere Macht die geringe Garniſon nicht wohl ſtandhalten dürfte, auch könnten die rings herum liegenden Völker ohne Verſicherung der Stadt Oberlahnſtein nicht gut ſubſiſtieren. Deshalb erbiete er ſich, wenn der Kurfürſt nicht ſelbſt die Stadt ſtärker beſetzen wolle, trieriſche Truppen dort einrücken zu laſſen, damit ſie von den anderen Alliierten verſchont bleibe. Er gedenke 100 oder 200 Mann unter den Lahnſteiner Kom⸗ mandanten zu ſtellen und wegen des nötigen Proviants zeitig Vorſorge zu thun, damit man allerſeits ſubſiſtieren könne.

Bereits um 10 Uhr vormittags waren die Verhandlungen zu Papier gebracht, und ein Eilbote ritt mit dem von dem Kommandanten und dem Zollſchreiber unterzeichneten Schriftſtück nach Steinheim, wo der Kurfürſt von Mainz damals ſich aufhielt. Anſelm Kaſimir antwortete in einem Schreiben vom folgenden Tage,(4. Dez.) das an die beiden Unterzeichneten gerichtet iſt. Nachdem er den Thatbeſtand kurz wiederholt, fährt er fort:Nun ſehen wir nicht, wie ſich dieſer Poſten gegen einen mit Stück und Feuermörſern Gewalt brauchenden Feind werde defendieren können. Dafern derowegen die braunſchweigiſch⸗hannöverſchen Truppen nochmals mit Stück und Mörſern angezogen kommen und zu wirklichem Angriff alle Anſtalt gemacht werden ſollte, habt ihr eine Kapitulation zu veranlaſſen und dahin geſchehen zu laſſen, daß des Herrn Kurfürſten zu Trier Liebden unſere Stadt Lahnſtein zwar mit ihren Völkern beſetzen ſoll, jedoch ſo, daß ſelbige von Ihre Liebden völlig verpflegt werden und unter ihrem eigenen Kommando ſtehen, und daß Du, der Kommandant, mit deiner unterhabenden Mannſchaft dich nach unſerer Feſtung Königſtein begeben möchteſt. Dahingegen ſoll nicht allein uns an unſerm Zoll und anderen Kellereigefällen kein Eingriff, Abbruch oder Einhalt geſchehen, ſondern auch unſerer Stadt und Bürgerſchaft zu demjenigen, was ſie an uns zu präſentieren ſchuldig, einige weitere Beſchwernis nicht zugemutet werden. Endlich ſoll dieſe kurtrieriſche Beſatzung länger nicht, als gegen⸗ wärtige Troublen dauern, daſelbſt verbleiben, ſondern ohne allen Entgelt wieder abziehen. Demnach haſt du, der Zollſchreiber, dich gleich nach