Aufsatz 
Lahnstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
(Beiträge zur Lahnsteiner Geschichte. II.)
Entstehung
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Auch ſah er verſchiedene franzöſiſche Offiziere aus- und eingehen.) Bald darauf verließen die Franzoſen Coblenz und Umgegend, und Oberlahnſtein hatte nur noch ſeine mainziſche Beſatzung. Auch der Graf v. d. Lippe ging von Coblenz, das eine heſſiſche Beſatzung behielt, und zog über den Taunus nach dem Main zu. Die Gegend aber blieb in beſtändiger Un⸗ ruhe vor einem neuen Einfall der Franzoſen. So ſchrieb der Amts⸗ kellner von Braubach am 25 Nov. dem Grafen, daß die Beſatzung der Marksburg unlängſt verſtärkt ſei, es würde ſich aber empfehlen, auch Katzenelnbogen ſtärker zu belegen. Ebenſo klagte am 28. der Kurfürſt von Trier dem heſſiſchen General, daß die Befeſtigungsarbeiten nicht mehr ſo vorangingen, wie unter ſeiner Leitung, zumal der Froſt noch hindernd hinzukomme; Hilfsvölker ſeien dringend nötig.

Inzwiſchen hatten auch andere Fürſten ihre Truppen an den Rhein geſandt, um die Grenze des Reiches zu ſchützen; Hannoveraner unter dem General Chauvet vereinigten ſich mit den Heſſen. Gegen Ende November war das Hauptquartier derſelben in Bergen bei Frankfurt. Der trieriſche Geſandte, Hofrat Wetzel, war auch dort und bat unab⸗ läſſig um Hülfe für Coblenz und Ehrenbreitſtein. Nach ſeiner Meinung ſollte eine ſtarke Abteilung Münſtermaifeld und die umliegende fruchtbare Gegend beſetzen. Da aber der Kurfürſt von Mainz immer noch den Verbündeten abgeneigt war, und der Rhein ſchon Ende November Eis trieb, ſo wollte ſich die Generalität für einen Uebergang über den Rhein nicht entſcheiden. Man beſetzte aber noch im November die mainziſchen Städte Höchſt und Aſchaffenburg. Endlich beſchloß man, daß die Heſſen die Winterquartiere um Frankfurt beziehen, die Hannoveraner nach dem Weſterwald marſchieren ſollten. Für Coblenz war eine ſtärkere Beſatzung⸗ vorgeſehen. Damit hier aber nicht zweierlei Truppen lägen, ſollten die Heſſen aus⸗ und die Hannoveraner in ſtärkerer Zahl einziehen. Acht Regimenter, zur Hälfte Infanterie, zur andern Hälfte Capvallerie, marſchierten aus, um in Coblenz und auf dem Weſterwald Quartier zu nehmen. Für die Stadt wurde das bremiſche Regiment, aus 8 Kompagnien beſtehend, beſtimmt. Befehlshaber der Truppen in und um Coblenz war der Hannöverſche General du Mont,ein gar aufrichtiger Mann, guter Ingenieur und Soldat. Dieſem war dabei die Aufgabe zugewieſen, die mainziſche Stadt Oberlahnſtein zur Aufnahme einer hannöverſchen Beſatzung zu zwingen. Wetzel berichtet darüber am 8. Dez.

¹) Kriegskorreſpondenz des Grafen Joh. Ernſt(Wiesb. Staatsarch.)