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Krieges war aber am Oberrhein, und Oberlahnſtein hatte nur ſeine gewöhnliche Beſatzung. Dieſe ſtand unter dem Kommando des Ober— lieutenants Pöttiger; als Offiziere derſelben werden noch erwähnt der Lieutenant Simon Körner und der Fähnrich Georg Ecker. Gegen das Ende des Jahres 75 verließ v. Pöttiger Lahnſtein und wurde Komman⸗ dant in Bingen; es blieb fortan nur eine geringe Wachtmannſchaft zurück unter dem Fähnrich Theodor Chriſtian v. Schledorn. ¹) Beunruhigende Streif⸗ korps fehlten aber auch in der folgenden Zeit nicht. Am 18. Mai 1675 ſchreibt der Kurfürſt von Trier, daß am Abend der Herzog von Lothringen mit 6— 700 Pferden von Naſſau aus nach Coblenz kommen wolle. ²) Im folgenden Jahre lagen Lüneburgiſche Völker den Winter über in der Gegend.) Auch die Kriegskontributionen des Landesherren bereiteten den Häuptern der kleinen Stadt manche unruhige Stunde. Am 2. April 77 leihen Gericht und Rat von der Mariotſchen Geſellſchaft 200 Reichsthaler, die zur Rekrutierung der zu Miltenberg und Buchheim gelegenen Chavagnakſchen Kompagnie Dragoner und zu andern Kriegs⸗ geldern verwendet werden müſſen; die Summe ſoll in Jahresfriſt bezahlt werden. Um dieſelbe Zeit lagerten auf unſern Höhen Miünſterſche Dragoner, bei deren Herannahen die Dachſenhauſener ihren beſten Hausrat, Weiber, Kinder und Vieh nach Braubach flüchteten, weshalb die Brau⸗ bacher nach Dachſenhauſen für die Offiziere Wein, Fleiſch und Brot liefern mußten.“) Gerade ein Jahr ſpäter muß der Bürgermeiſter wegen auferlegter Kriegsgelder zum„dicken Ebert“ gehen und ihm die zugelaſſenen Eichbäume zum Verkauf anbieten, und im Juli leiht die Gemeinde 100 Reichsthlr. zur Bezahlung der Lothringiſchen Winter⸗ quartiere und der Reiterverpflegungsgelder.*)
Endlich war der Friede von Nymwegen geſchloſſen, aber ängſt⸗ liche Gemüter weisſagten neues Unheil, als ſich am zweiten Weihnachts⸗ tage 1680 und von da an 4 Wochen lang ein„Kometſtern mit einem greulichen Ruder“ über der Stadt ſehen ließ. 14 Tage ſpäter war der Rhein vollſtändig zugefroren, ſo daß Roß und Mann ohne Gefahr zwiſchen hier und dem gegenüberliegenden Ufer ab⸗ und zugehen konnten, ein Ereignis, deſſen ſich auch die älteſten Leute nicht zu erinnern wußten. ¹) Ob. Kirchenb. ²) Kriegsakten(Cobl. Staatsarch.). ³) Noch im Mai 77 waren ſie in Frücht(Früchter Kirchenb.). ¹) Braub. Gerichtsprot. ⁵) Oberl. Gerichtsprot.


