— 8—
3 Schüſſe und wurde in der Kirche zu Braubach beſtattet.¹) Der Kurfürſt ſandte deshalb an Turenne am 8. Nov. ein Schreiben, und dieſer gleich darauf einen Trompeter von Neuwied aus, um ſein Bedauern über den Tod Dohnas auszudrücken. /²)
Von franzöſiſcher Seite ſuchte man die Brandenburger als die Angreifer darzuſtellen und rechtfertigte damit Brandſchatzungen in den kleviſchen Landen. Doch wies der Kurfürſt nach, daß dieſe letzteren viel eher ſtattgefunden hätten, als die Scharmützel an der Lahn. In⸗ zwiſchen hatte Turenne mehr Truppen an dieſen Fluß vorgeſchoben. Am 19. November klagte der Trierer Geſandte Dr. Sohler im Haupt⸗ quartier zu Rüſſelsheim, daß Turenne Niederlahnſtein beſetzt habe, und daß Coblenz und Trier mit ihren ſchwachen Garniſonen in Gefahr ſeien. ³). Dennoch kam es nicht zu einer Entſcheidung. Zwar wurden noch einmal 4000 Reiter über die Lahn geſchickt unter dem General v. d. Goltz, um die Brücke bei Neuwied zu zerſtören, aber der Angriff mißlang) (7. Dez.). Darnach zogen die verbündeten Heere nach Weſtfalen, und der Kurfürſt ſchloß in Sorge um ſeine kleviſchen Lande Frieden mit Frankreich.
Die Stadt blieb ſo von einem beſonderen Angriffe verſchont, aber bei den häufigen Streifzügen war die Unſicherheit in der nächſten Umgebung recht groß. So wurde am 6. März 1673 ein hieſiger Bürger Gruber im Stadtwalde von einer Kugel niedergeſtreckt. Im Herbſte dieſes Jahres finden wir Kaiſerliche und Franzoſen ungefähr in der nämlichen Stellung wie im Jahre vorher. In den letzten Tagen des Oktober brach Montecucoli von Frankfurt auf und zog auf dem rechten Rheinufer bis Coblenz. Unſerer Stadt brachte ſein Marſch reiche Einquartierung. In der erſten Woche des November lagen hier Truppen der Regimenter Portia und Key;⁵) Montecucoli hat nach einer kurzen Notiz in Niederlahnſtein logiert. Am 4. Nov. traf er mit dem Prinzen von Oranien zwiſchen Andernach und Bonn zuſammen, und die letztere Stadt wurde am 12. den Franzoſen entriſſen.⁰) Im folgenden Jahre griff der Kurfürſt abermals in den Kampf ein; der Schauplatz des
¹) Wilhelmi Braubach, S. 37. ²) Diarium Europ. XXVII, 443. ³) Pribram III, 623.
⁴) Droyſen III, 3, 419.
⁵) Oberl. Kirchenb.
⁶) Peter, S. 187.


