Aufsatz 
Lahnstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
(Beiträge zur Lahnsteiner Geschichte. II.)
Entstehung
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loſe Verhandlungen. Holland und der Kurfürſt rieten zu entſchiedenem Vorgehen und zum Uebergang über den Rhein, da die trieriſchen Lande von den Franzoſen bedroht wurden. Montecucoli aber ſuchte auf Weiſungen von Wien aus in jeder Weiſe den Kriegseifer zu zügeln, und der Kurfürſt von Mainz wollte nur ſehr ungern zu einem Marſche über den Rhein die Hand bieten. Endlich erbot er ſich, den Uebergang bei Oberlahnſtein oder Nierſtein zu unterſtützen. Die Generale des Kurfürſten waren in ihrer Mehrheit für Lahnſtein. Der holländiſche Geſandte Amerongen riet dem Kurfürſten, nach Coblenz zu ziehen und ſich der Lahnſtädte: Naſſau, Diez und Limburg ſo zu verſichern, ¹) daß Turenne, der an der Sieg ſtand,²) die Lahn nicht überſchreiten könne. Es wurde nun auch ein Streifkorps an die Lahn geſchickt. Der brandenburgiſche Rittmeiſter von Arnim und zwei andere Offiziere ſollten Naſſau, Diez und Limburg beſetzen und die Gegend recognoscieren. Sie loſten die Orte aus, und Arnim fiel Naſſau zu. Er kam am 1. November mit ein paar hundert Reitern nach Naſſau, beſetzte das Städtchen und erfuhr von Baron von Stein, daß die Franzoſen von Montabaur her anrückten und bei Ems die Lahn erreicht hätten. Mit etwa 60 Reitern wollte er auf der Straße nach Montabaur weiter gehen, da begegnete ihm ein Trupp Franzoſen unter einem Offizier Lafitte; zwiſchen den Anführern entſpann ſich ein Wortwechſel, dem bald ein Handgemenge folgte. Auf beiden Seiten wurde gefeuert; von den Brandenburgern fielen 16, die andern wurden gefangen genommen. Arnim entkam mit einigen Be⸗ gleitern, indem er durch die Lahn ſchwamm.*) Als der Bericht von dieſem Zuſammenſtoß im Hauptquartier ankam, freute ſich der Kurfürſt, weil die Franzoſen auf deutſchem Gebiete die Angreifer geweſen ſeien und der Kaiſer jetzt wohl entſchiedener vorgehen müſſe. Auch Montecucoli ſchrieb in dieſem Sinne nach Wien.¹) Wenige Tage ſpäter fand ein zweites Gefecht in unſerer Nähe ſtatt, bei dem der junge brandenburgiſche Graf Dohna fiel. Nach dem Braubacher Kirchenbuche geſchah dieſes Treffen, von dem ſonſt weder Ort noch Datum zu finden iſt, am 6. Nov. (im Kirchenbuche iſt die alte Datierung) bei Vallendar. Der Graf erhielt

¹) Pribram, Urkunden u. Aktenſtücke zur Geſch. des Gr. Kurfürſten, III, 312.

²) Bereits gegen Ende September fliehen Bürger ans der Gegend von Neuwied vor den Franzoſen nach Braubach.(Brb. Kirchenbuch.)

³) Peter, Krieg des Gr. Kurf. von 167275, S. 80. Droyſen, Geſch der preuß. Politik III, 3, S. 416.

) Archiv für öſterr. Geſch., Bd. 57., S. 427.