von den Soldaten verlaſſen, ſo brachten die folgenden Jahre doch mancherlei Ungemach. Am 8. Juli 1664 tobte über unſerem Thale ein furchtbares Gewitter. Als 3 Bürger ſich zur Kirche begaben, um zu läuten, fuhr der Blitz in den Turm und erſchlug den„frommen und laborioſen Heymon Zopf“ neben der Glocke; die beiden anderen fielen nur betäubt zu Boden. Im Herbſte 1666 herrſchte die Ruhr ſo ſtark, daß ſie mehrere Monate hindurch faſt täglich ein Opfer forderte. Die ſoldatenloſe Zeit dauerte auch nicht lange. Bereits im März 1668 werden im Kirchenbuche Soldaten erwähnt, und vom September 69 an treten ſie wieder regelmäßig in ſtärkerer Zahl auf. Als hieſiger Unter⸗ hauptmann wird Michael Stein genannt.
Als Ludwig XIV. mit dem Einfall in Holland 1672 den Raub⸗ krieg begann, ſchien es, als ſollte unſere Stadt und Gegend wiederum in Mitleidenſchaft gezogen werden. Von den rheiniſchen Kurſtaaten war Köln auf franzöſiſcher Seite; Trier und Mainz verhielten ſich neutral. Bereits im Jahre vorher hatte Ludwig das Land des Herzogs von Lothringen weggenommen, und dieſer gedachte mit Hülfe des Kaiſers dasſelbe wiederzugewinnen. Lothringiſche Pruppen hatten die trieriſche Feſte Hammerſtein und den Flecken gleichen Namens beſetzt; da erſchien am 11. Oktober ein franzöſiſcher Oberſt Felberger mit einer ſtarken Schar, nahm den Ort ein, hieb einen Teil der lothringiſchen Verteidiger nieder und machte die übrigen zu Gefangenen; das Schloß aber hielt er belagert. Der Kurfürſt von Trier, Karl Kaspar, empfing die Nachricht in Prag und erwirkte ſich alsbald kaiſerliche Patente an die rheiniſchen Kurfürſten, wonach dieſe die feſten Punkte am Rheine beſetzen und den ungebetenen Gäſten jede Zufuhr abſchneiden ſollten, falls ſie nicht auf gütliche Verhandlungen hin wichen. Mainz ſollte zu dieſem Zwecke Oberlahnſtein mit ſtärkerer Garniſon verſehen. Intereſſant iſt dabei die Sorge des Kurfürſten, daß die Sache auf friedlichem Wege, nötigenfalls mit Geld, abgemacht werde und ſein Name möglichſt aus dem Spiele bleibe.)
Bald ſchien der Krieg näher zu kommen. Der Kurfürſt Friedrich Wilhelm von Brandenburg ſchloß ein Bündnis mit den Holländern, und der Kaiſer ſandte unter Montecucoli ein Heer nach dem Weſten, um die Reichsgrenze zu decken. Die kaiſerlichen und kurfürſtlichen Truppen marſchierten vereint an den Rhein. In der Nähe von Frankfurt war im Spätherbſt 1672 ihr Hauptquartier, und hier entſpannen ſich nun end⸗ n Kriegsakten von 1672— 1700(Cobl. Staatsarchiv.)


