Aufsatz 
Lahnstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
(Beiträge zur Lahnsteiner Geschichte. II.)
Entstehung
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I. Kriegsereigniſſe.

Nach dem großen Kriege blieb zunächſt noch eine ſtändige Beſatzung in unſerer Stadt. Im Jahre 1652 iſt Philipp Wilh. von Ingelheim Kommandant derſelben, und im folgenden Jahre tritt der neue Zollſchreiber Andreas Albrecht von Lauterburg, der früher kaiſerlicher Rittmeiſter ge⸗ weſen war, zugleich an die Spitze der hieſigen Garniſon. Unter ihm diente der uns bekannte Fähnrich Theodor von Wallraf, der 1667 hier ſtarb. Die Soldaten führten in den ruhigen Jahren ein recht friedliches Leben, und manche von ihnen betrieben in den Mußeſtunden auch bürgerliche Hantierung, denn wir leſen gelegentlich im Kirchenbuche von einem Metzger und Soldaten oder von dem Leineweber und Soldaten N. Im Jahre 1660 aber am 3. Juli verkündet uns der Stadtgerichtſchreiber fröhlich:Nachdem unſer hieſiges Städtlein mehr denn über 30 Jahre niemals ohne Garniſon verblieben, iſt es endlich nach erlittener vielfältiger harter Ausplünderung, Blockierungen, Preſſuren und Exactionen durch den Kurfürſten Johann Philipp der Garniſon entledigt, die Soldaten abge⸗ dankt, die ganze Bürgerſchaft gemuſtert und eine Wachtordnung unter den Bürgern eingerichtet worden. Albrecht von Lauterburg überlebte die Abdankung ſeiner Truppen nicht lange; er ſtarb ſchon 1662, und an ſeine Stelle trat der Zollſchreiber und Amtsverwalter Joh. Werner Vogt. Aus demſelben Jahre iſt uns noch eine intereſſante Notiz über Schloß Lahneck erhalten. Der Zollſchreiber klagt, daß einige Soldaten, die für kurze Zeit in dem verfallenen Schloß lagerten, das Eiſenwerk an den Fenſtern der Kapelle aufgeriſſen, die ſchönen Quaderſteine zerſchlagen und nach Niederlahnſtein verkauft haben. Die Uebelthäter werden mit Namen genannt und der Kurfürſt um Beſtrafung gebeten. Dann ſchreibt er weiter, bei ſeinem Antritt in Oberlahnſtein ſei die Kapelle noch in gutem Zuſtande geweſen und habe die ſchönſten Fenſter mit gemalten Figuren aus der Geſchichte des Alten u. Neuen Teſtamentes gehabt. Da er ſie zu erhalten wünſchte und dieſerhalb mit dem Saalkellner Rückſprache nahm, antwortete ihm dieſer, es ſolle auf gnädigſten Befehl alles offen ſtehen und von ſich ſelbſten verfallen.) War die Stadt ſo znnächſt

1) Akten zur Ulrichskapelle(Wiesb. Arch.)