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Die Kaiserin-Regentin war über den Erfolg der sächsischen Herren hoch- erfreut.¹) Giselher, der das Beste gethan haben wird, empfing, als Theophano nach prächtiger Osterfeier in Quedlinburg ²) Hof hielt, am 1. Mai 991 reichen Lohn.) Unter Betonung seines untertänigen Dienstes wird dem Erzbischof von Magdeburg ein Drittel aller königlichen Zinseinkünfte aus Böhmen, gleichviel ob in Gold, Silber, Vieh oder anderen Dingen verliehen.¹) Die reiche Dotation in Beziehung zu bringen zu der Begegnung mit dem Böhmen Boleslaw, der sich vermutlich auf Giselhers Zureden von den heidnischen Liutizen trennte und Bischof Adalbert nach Prag zurückberief, liegt nur zu nahe; andrerseis mochte aber auch die um- fangreiche Schenkung der augenblicklichen Notlage entsprechen. Das Erzbistum hatte schwere Einbusse erlitten, indem alle Liegenschaft und Hebung rechts der Elbe verloren ging.?) Trotzdem aber musste aus den Einkünften von St. Moritz für den Unterhalt der durch den Aufruhr vertriebenen Prälaten und ihres Klerus gesorgt werden. Denn der Metropolit von Magdeburg hielt an den Ansprüchen auf jene Gegenden fest und weihte nach Volkmars Tode den Guido oder Wido zum Bischof von Brandenburg. ¹)
Die Verleihung des böhmischen Zinsdrittels an Magdeburg war der letzte Gnadenbeweis, den Erzbischof Giselher von der Kaiserin-Regentin erhielt. Am 15. Juni 991 raffte Theophano ein unzeitiger Tod dahin. Sie hatte es ver- standen, mit weiser Klugheit ein Band um des Reichs gelockerte Glieder zu schlingen.) Als die griechische Kaisertochter für den Knaben Otto die Regierung in Germanien übernahm, stützte sie sich am meisten auf den wackren Willigis von Mainz, während Erzbischof Giselher der Partei Heinrichs des Zänkers angehörte. Es ist versucht worden, für Giselhers Stellung das Motiv zu finden. Das schien in dem Bestreben zu liegen, die neue Organisation in den wendischen Bistümern aufrecht zu erhalten; diese war hervorgegangen aus dem Bestreben,„Forderungen zu befriedigen, welche einer erfolgreichen Thätigkeit des Magdeburger Erzbischofs hindernd im Wege standen.“³) Giselher hat es durch- gesetzt, dass die skrupulöse Grichin seine Ansicht respektierte und den Bestand
¹) Thietmar IV, 10.
2²) Ann. Magdeb. 158; Annal. Quedlinburg. zu 991.
3) Stumpf, Regest. 942; Leibnitz Ann. imp. III, 554 u. Sagittar I, 217: ob... amorem Gisalharii— qui saepius(Leibnitz pio) animo devotum nobis exhibuit servitium.
4) ibid.: dedimus tertiam partem nostri census, qui nostro regio flsco per singulos annos persolvi debet de tota Boemia in qualicunque re sive in auro, sive in argento vel pecoribus aut aliis aliquibus rebus magnis seu parvis.— Dazu Saxgitt. I, 217: 991 Otto tertius rex Magdeburgensem Ecclesiam loculento mactat beneficio.
5) L. Giesebrecht, Wendische Geschichten I, 278.
6) ibid. u. Thietmar VI, 1, VII, 37 u. 47.
¹) Thietmar IV, 10; Annal. Quedlinb. zu 991: ibi(Niumagon) ergo, dum quasi compede totum sua ditione colligasset imperium, Theophana imperatrix consummato in bonis vitae suae cursu, prodolor! quod est miserabile dictu, immatura dissolvitur morte 17 Kal. Julii.
s) Krühne a. a. O. p. 390.


