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Nachdem nach wiederholten Verhandlungen zu Anfang des Jahres 985 Heinrich sein altes Herzogtum Baiern wieder zugesprochen war, verkündete die überaus glänzende Osterfeier zu Quedlinburg dem Abendlande, dass die Kämpfe um die Vormundschaft in Deutschland beendigt; vier Herzöge verrichteten bei jenem Friedensfest dem königlichen Knaben den Hofdienst, und Böhmen und Polen leisteten den Vasalleneid.¹)) Die Kaiserin Theophano übernahm als Mutter die Regentschaft für den unmündigen Sohn. Thietmar hatte es für unnötig gehalten, über die Regierung der Griechin ausführlichen Bericht zu geben.²) Daher, und weil auch andere Quellen nur mangelhaften Aufschluss gewähren, erfahren wir über Giselher und seine Stellung zum Reichsregiment, so lange dieses von Theo- phano gehandhabt wurde, nur sehr vereinzeltes. Die furchtbare Gefahr, welche in den letzten Zeiten Ottos II. über die wendischen Marken hereingebrochen, war während der Kämpfe um die Vormundschaft gewachsen. Hier Abhilfe und Er- leichterung zu schaffen, war Theophanos erste Aufgabe. Und in der That gelang manches. Nach den grossen Veränderungen, welche die Kaiserin in der Organi- sation der wendischen Marken vornahm,) gewann der neue Markgraf von Meissen Eckard 987 die Burg Meissen von Böhmen wieder und führte Bischof Volkold in seine Diöcese zurück, so dass wenigstens eins der wendischen Bistümer wieder ins Leben trat. An der traurigen Lage der Hochstifter Brandenburg und Havelberg änderte sich nichts. Sie blieben dem Reiche verloren. Man darf annehmen, dass Giselher den deutschen Unternehmungen in jenen Gegenden nahe stand. So sehr aber auch die Wiederherstellung geordneter Verhältnisse in den überelbischen, zur Magdeburger Kirchenprovinz gehörigen Bezirken die Aufmerksamkeit Giselhers in Anspruch nehmen musste, so scheint der geschäftige Mann sich doch auch an jenen schwierigen politischen Aufgaben beteiligt zu haben, durch welche die seit Ottos II. Tode bestehenden und seit König Lothars Ableben noch vermehrten Ver- wickelungen mit dem benachbarten Frankreich gelöst werden sollten. ¹4) Als eine Beratung der französischen Verwickelungen wird jene Versammlung in Andernach aufzufassen sein, zu der sich bei Hofe neben vielen andern im Januar 987 die ersten weltlichen und geistlichen Würdenträger des Reichs, die Herzöge Heinrich, Konrad und Theoderich, die Erzbischöfe Willigis und Giselher und die Bischöfe Notker von Lüttich, Adalbero von Verdun und Hildebold von Worms einfanden.) Die genannten sind sämtlich Männer, deren politischer Wirkungskreis sie mehr oder weniger zu Frankreich in Beziehung stellte, und wenn Gieselher aus den
¹) Thietmar IV, 7; Giesebrecht I, 624 ff.
2) Thietmar IV, 8: puerilia non est opus numerare longumque videtur quae pro prudentibus effecit conciliaribus enarrare.
3) Giesebrecht a. O. 634.
4) Giesebrecht 640 ff..
5) Stumpf, Regest. 902, bei Lacomblet, Niederrh. Urkb. I, 74 in dem Dokument für Kloster Vilich bei Bonn: der Herzog Thietdricus von Oberlothringen ist ein Sohn der Beatrix, der Schwester Hugo Kapets.


