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Allein unkluge Härte, welche Heinrich gegen zwei vornehme Sachsen zeigte, erweckte ihm unter dem Adel Sachsens eine starke Gegenpartei. Der Prä- tendent hielt die Sache für so unbedeutend, dass er auf einem Tage zu Magdeburg offen um den Preis der Krone mit dem Adel des Landes verhandelte. Pr erhielt ausweichende Antwort. Das hinderte nicht, dass auf einem Fürstentage zu Quedlin- burg(Ostern 984) ihn seine Anhänger als König ausriefen und die Herzöge von Polen und Böhmen, sowie der Abodrite Mistui den Vasalleneid leisteten. Es wird wohl nie gelingen, das sächsische Parteitreiben jener Tage genügend aufzuklären; soviel aber erhellt doch, dass der sächsische Klerus unter der Führung seines Erzbischofs Giselher die usurpatorischen Pläne Heinrichs begünstigte, während der Adel des Landes sofort gegen Heinrich Front machte, als dieser den Thronraub offen be- trieb. Die Stammeshäupter des östlichen und des westlichen Sachsens vereinigten sich auf der Hesseburg(im Braunschweigschen) zu einem bewaffneten Bunde gegen den Herzog. Charakteristisch ist, dass von sächsischen Klerikern nur ein Mann von Bedeutung erschien, Bernward, der gräflicher Abkunft und vielleicht identisch mit dem nachmaligen Lehrer Ottos III. war. Dagegen traten dem Bunde die Vasallen des Erzbischofs Willigis von Mainz auf dessen Anregung bei. ¹) Während Willigis den Mittelpunkt der Ottonischen Partei bildete und die Inter- essen derselben weit über die Grenzen Deutschlands hinaus in Frankreich und in Italien mit grösster Anstrengung vertrat, war Giselher der Vorfechter der Gegen- partei. Diese verlor freilich von Tage zu Tage an Boden. Nach unbefriedigenden Versuchen die Conföderation in der Hesseburg durch Verhandlung oder Gewalt zu sprengen, wandte sich Heinrich nach Baiern, dann Schwaben und Franken. In Folge der Bestrebungen des wackern Willigis waren Heinrichs Resultate so zweifelhaft, dass dieser versprach, auf einem in Rara*) anberaumten Tage den Königsknaben den beiden Kaiserinnen auszuliefern.
Indessen gingen die Verbündeten von der Hesseburg zur Aktion über und griffen Heinrichs Parteigänger an. Diesen beizustehen, wandte sich Heinrich mit Boleslaws Hilfe durch Böhmen nach Sachsen. Freilich wurde die böhmische Unter- stützung teuer bezahlt: die Burg Meissen wurde böhmisch und der Meissener Bischof Volkold den umwohnenden Wenden zu Liebe vertrieben, so dass auch das dritte zur Magdeburger Kirchenprovinz gehörige Bistum für den Augenblick aufge- hoben war. ²) Bei Eytra an der Elster4) traf der Herzog auf den weit überlegenen Feind. Giselher hielt auch hier noch zu Heinrich. An eine Schlacht war bei der UÜbermacht der Ottonischen Partei nicht zu denken; der Rückzug unmöglich, da das ganze Land von Feinden besetzt war. Daher knüpfte der gewandte Erz-
¹) Thietmar IV, 1 u. 2; Giesebrecht, Kaiserzeit I, 618 ff. ²) Thietmar IV, 2—3.
3³) Thietmar I1V, 4.
4) cf. oben p. 8.


