Aufsatz 
Das Zunftwesen in Bingen
Entstehung
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Meisterstücke, die sich an Schwierigkeiten steigern, je später sie schriftlich fixiert werden. Wir setzen darum als Maßstab die Jahreszahl der Abfassungszeit der Zunftbriefe in Klammer bei.

Die Strumpfweber sollen machen erstlich einen Teppig 4 Ehlen lang und breidt mit allerley schön Laubwerk, zweitens ein willen Hembt führ einen Mann schön rein, drittens ein paar Handtschuch und viertens ein Barett.(1610)

Die Seiler: erstlich eine Schiffsleine von 125 Claffter lang, soll haben 8 gäng und sambt dem Gebändt wiegen nicht mehr odter weniger als 125 Pfd., zweytens ein Pfd. Silberschnuhr 50 Claffter lang, 6 Schnühr aufs Pfd. gesponnen und drey- fellig dann hinten und voren mit gantzen schleppen, so netto 1 Pfd. wiegen muss und drittens ein Haasengarn 18 Maaschen hoch, 35 Claffter gestrickt, gereckt aber halten muss 38 Glaffter und 50 Claffter lang, 4 schnühr garn aufs Pfd. ge- sponnen und jedte Claffter eine schnur gestrickt muss zu- sammen wiegen 9 ¼ Pfd.(1706)

Die Schuhmacher: ein par gute reither Stieffell, ein par mans- und ein par weiber schue, wie iederzeit der mode seyn wird, item ein par iagt- und ein par baurenschue.(1709)

Die Leineweber: vürtzehn schäfftig Tischtücher sechst Vürtel breydt auff Quarder eingezochen in 1600 faden. 12 schäff- tig Tischtücher%¼ breit in 600 faden aufgebrochen einge- zochen biltwerck, ebenso 14 schäfftig Servieten ebenbreydt in 800 Faden, den Hertzkrantz mit lauteren Zügelein ein- gezochen.(ohne Jahrzahl)

Ein Fassbender: ein Stückfass mit einem Thürgen soll halten 8 Ohm 2 Viertel mit fünff gleichen Bandt sambt einem Trichter undt solle 6 Täg darzu Zeit haben; Erfindete sich aber bei der Besichtigung, dass das Stückfass zwey Viertel weniger hielte als 8 Ohm, so soll es nicht vor gut erkannt werden; sollte es aber mehr halten als 8 Ohm zwey Viertel, so soll er den Meistern von jedem Viertel einen gulten zur Straff geben. Der Meistersochn macht nur den Prichter in 3 Tagen.(1729)

Von der Hammerzunft soll ein Huff- und Wapffenschmied ein pferdt recht beschlahgen, Huffeisen undt Nägel darzu machen, ohne das maass davon zu nehmen, einen Karst neu machen mit von 6 pundt, eine saubere Zimmeracks, einen halben Wagen beschlagen mit Acks und radt, mit einer pferdtschehr undt die schehre, wie bräuchlich, recht sauber beschlagen. Ein Schlosser soll machen ein gross verdeckt lauterschloss mit zwey stumpffen riegeln undt ein schiess-fall in der mite, ein dopel Gelöht eingericht und drey richtscheiben, zwey stern undt ein Creutz in der mitte undt mus am gantzen schloss nichtsgelöhtet werden auch schlüsselundt eingerichtalles sauber ausgearbeitet sein, item ein schrankschloss mit 4 stumpe riegeln ein gelöht eingerichtet mit einer achteckigten Haube auff den Zürckel auffgeschraubt und nicht eingelödtet mit 3 richtscheiben in der mitten ein stern, auff der seiten zwey helleparten.

Ein Nagelschmit hat zu machen fünfzehnhundert Nägel so in eine Mürschahl(Mörser) gehen mühssen aus zehn pundt