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Wenn der Genitiv das Ineinander bezeichnet, ſo iſt nun der Dativ der Caſus für das Bei⸗ und Nebeneinander, aber ſo, daß man ein Intereſſe, eine Theilnahme für einander hegt. Dieſe aber iſt nicht ſo ſtark, daß das Eine ganz in das Andere überginge, ſondern Beides bleibt nur aneinander, und in gemeſſener Nähe. Es erklaͤrt ſich daraus jenes ethiſche Verhältniß zwiſchen Subject und Object, welches die Grammatiker in dem griechiſchen und im deutſchen Dativ finden, und das perſönliche nennen. So Krüger für das Griechiſche; Jac. Grimm für das Deut⸗ ſche; dieſer ſagt Gr. IV, 684:„Umgekehrt hat der Dativ ſeinem Weſen nach etwas perſönliches, und ſächliche Dative erhalten gleichſam perſönliche Färbung⸗. Vergl. S. 706, 746. Aus dieſem Bei⸗ und Fürreinander entwickelt ſich der Dativ des Beſitzes(eegierotnous) mit Bezug auf Ver⸗ fugung(Dispoſition) und Benutzung oder Einwirkung.„In ſo fern dem Begriffe des Dativ etwas beſitzlich beigelegt wird, kann er auch als die bewirkende Kraft betrachtet werden: durch, mit; aus welcher Bedeutung ſich mehrere ahnliche entwickelt haben“.§. 48, 15. Dieſen Dativ nennt Krüger den dynamiſchen; und bemerkt dazu: Dieſer Dativ wird wie im Lateiniſchen der entſprechende Ablativ, gewöhnlich der inſtru mentale genannt; richtiger der dynamiſche, da er eigentlich nicht das Werkzeug bezeichnet, wenn gleich er uneigentlich oft auch von dieſem gebraucht wird“.— Die Lehre vom griechiſchen Dativ iſt in Krüger's Grammatik klar und bündig dargelegt, und durch dieſelbe wird die Wahrheit und Zulänglichkeit der ſtoiſchen Benennung dieſes Caſus ſattſam deutlich gemacht; und Krüger's griechiſcher Grammatik kommt wie in dieſem Stücke, ſo auch in den meiſten anderen, keine gleich, geſchweige, daß ſie⸗von irgend einer übertroffen würde.—
Einige Beiſpiele mögen genügen: drdoar⸗— H Pd. d4αρνςoμννε⁴μανσοα ταάνκ⁴ͥ.— Sopsro Sat, rageeir, rapaoæendgenr, eerr.— Mi οσν μeνε τ⁴ννρ Jei. 6 eileoSd: Bpororg Gärτασνν Cοdvνεty dqTpellerat.— AvGTeNerp, G PA SPE9K*, 6 Set?, dgρεεν, Aeir, ürorgfeir, brnperei, Aarpeueln, Lapigeo- La., Sovletelr, Iareo Sι, 4210Sey, eiSeo Sr, rerSo eky, rereBe„, tlaelr, rgosrdrrelr u. ä. Erazosten mit dem Genitiv bezeichnet ein engeres Ver⸗ hältniß, welches als das der Abhängigkeit und des Gehorſams im ſtrengeren Sinne ange⸗ ſehen werden kann: mit dem Dativ ein loſeres, freieres, etwa der Aufmerkſamkeit und Folgſamkeit. §. 48, A. 7. Das Recht und die Ehre der Perſönlichkeit wird mit dem Dativ angedeutet. Die Verba, in welchen die freiere, aber gemeſſene Nähe liegt, das Verkehren Mann gegen Mann, in freundlichem und feindlichem Sinne, erfordern den Dativ. Dieſer bezeichnet die Gemeinſchaft, in


