Aufsatz 
[Zur griechischen Grammatik] : über genike und dotike ptosis / [Georg] Blackert
Entstehung
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hinſtrebende Object iſt. In gemeſſener Entfernung, aber in herzlicher Verbindung ſtehen Subject und Dativ, in dem Verhaͤltniß, wie es die Präpoſition ody und die angeheirathete Verwandt⸗ ſchaft bezeichnet, während beim Genitiv Blutsverwandtſchaft und Abſtammung in gerader Linde als Symbol aufgeſtellt ſind. Am entfernteſten ſteht dem Herzen des Subjects der Accuſativ, in dem etwas Kaltes und wie Sclaverei Strenges, im Gegenſatze gegen den Dativ; und im Gegen⸗ ſatz gegen den Genitiv, etwas Paſſiviſches, Neutrales oder ein Sich⸗Hinwegwenden enthalten iſt.

Am leichteſten wird uns das Verſtändniß des griechiſchen Accuſativs und Dativs, weil beide Caſus den unſeren in der Hauptſache entſprechen. Wir gebrauchen indeß oft den Dativ, wo der Grieche den Genitiv ſetzt, da ja, wie es ſonſt bekannt iſt, die ethiſche Anſchauung der Welt bei uns ein größeres Gebiet hat, als bei den alten Griechen; ich ſage: bei den alten Griechen, denn in den ſpaͤteren Zeiten ward es, wie beim Verbum, ſo auch bei den Caſus ganz anders als frü⸗ her; es wurde faſt Alles türkiſch und ruſſiſch d. h. der Accuſativ nahm Überhand, und mußte ſich vieles gefallen laſſen. Eine mit Beweisſtellen belegte Geſchichte ſolcher Veränderungen müßte lehrreich ſein, da es doch die Griechen nicht allein ſind, auf deren Sprache die Despotie und die Geiſelhiebe verwildernd und verwüſtend eingewirkt haben.

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