Aufsatz 
[Zur griechischen Grammatik] : über genike und dotike ptosis / [Georg] Blackert
Entstehung
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von entlehnte Benennung wohl gefallen laſſen kann. Andere ſchlugen dafür eriorahrinn vor (Schol. zu Dionyſ. Thr. S. 862, 21), Lateiniſch Commendativus(Priscian V, 13, 72.), womit es denn eine ganz gleiche Bewandtniß haben würde. Es iſt unmöglich, dieſe abgelebten Mei⸗ nungen auch nur entfernt rechtfertigen zu können: ein ſolches nebelhafte Bild vom Dativ als dem entfernteren Objecte zur Grundlage zu machen, dieſen Caſus ſo zu nennen, weil z. B. d186 mit dem Dativ verbunden wird, das ſind Meiuungen, wie ſie die ſprachunfähige Zeit vor hundert Jahren wohl zu Tage gefördert hat. Das erſte beſte griechiſche Lericon kann von ſolchen unrichtigen Anſichten heilen. Da leſe man nur, was in Paſſow's Lexicon uͤber die Bedeutung von d40& ſteht: Grundbedeutung geben, ſchenken, mit dem Nebenbegriff des Freiwilligen, des Gewährens aus reinem guten Willen, ohne Verpflichtung oder Zwang, worin der Haupt⸗ unterſchied von à*ντνο˙ eινε liegt. Auch geben wollen, anbieten; gewähren, verleihen, be⸗ ſonders von den Göttern, ëSo0c,»leny; von traurigen Schickungen, verhaͤngen; und umgekehrt von Menſchen in Bezug auf die Götter, darbringen, reichen; übergeben, überlie⸗ fern, hingeben, preisgeben; von Eltern, die ihre Tochter einem Manne zur Frau ge⸗ ben; Einen einem Andern zu Gefallen losgeben, begnadigen; Einem etwas vergeben, Einem etwas ſchenken, ihm die Strafe erlaſſen; dadova αuroy irn ſich Einem hingeben, ſich in ſeinen Schutz ſtellen, ſich von Einem zu etwas gebrauchen laſſen; ſich einer Sache ergeben, ſich ihr widmen; laſſen, zulaſſen, geſchehen laſſen, gewähren, geſtatten, überlaſſen, freiſtellen, beſonders in Geboten, wo auch wir es durch geben ausdrücken können; zugeben, einräumen; intranſitiv: ſich ergeben, ſich hingeben, ſich überlaſſen. Die Bedeutungen laſſen ſich alle auf Geben, Hingeben, Darbieten reduciren; und demgemäß erklärt dann auch K. W. Krü⸗ ger(Syntar§. 48.) mit der ihm in ſo hohem Grade eigenen ſichern Schärfe:Der Dativ in weiteſter Bedeutung bezeichnet daß einem Begriffe etwas beigelegt, zugewieſen werde. Dieſe Erklärung iſt doch nichts andres, als eine Überſetzung von dorian oder Dativus. Jac. Grimm, Gr. IV, 701:Der Dativ beruht vorzugsweiſe auf dem Begriffe des Gebens und Nützens. Und es zeugt von richtiger Einſicht in die Natur des Dativs, wenn ſtatt Dativus die Benennung Com- mendativus gewählt wurde: mit dieſer letzteren Überſetzung wird zwar der Dativ einſeitiger auf⸗ gefaßt, aber eine Hauptſache aus dem Weſen dieſes Caſus hervorgehoben: denn in commendare liegt nicht bloß das Hingeben, ſondern auch das ans Herz legen, eine Theilnahme des Gemüthes und der Geſinnung. Noch einſeitiger iſt die Benennung éri‿τανκx.