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chen, Gebührenden und Erforderlichen zu denken“.—„Nur in wenigen, meiſt vereinzelt vorkom⸗ menden Verbindungen iſt das Subject ein perſönlicher, der Genitiv ein ſachlicher Begriff, wobei eine Art Hingebung jenes an dieſen zu denken iſt“.— Wenn in irgend einer Verbindung die Be⸗ deutung des Genitivs klar hervortreten muß, ſo iſt es bei dem Worte slwae der Fall, welches am wenigſten einen Caſus im ſtrengen Sinne des Wortes regieren kann. Daß der Genitiv bei F⸗ e εαι, ecpvasvas und Pöyat: werden aus etwas, ſteht, iſt eben ſo nothwendig, als daß er bei es, und der Dativ bei ody ſteht.
Die bezeichneten Stellen haben um ſo nothwendiger hier einen Platz finden müſſen, weil aus ihnen ſehr gut erſehen werden kann, wie klar Herr Krüger das Weſen des Genitivs erkannt hat. Und hätte dieſer Grammatiker, welcher mit unübertroffener Klarheit und Energie in den attiſchen Sprachgebrauch eingedrungen iſt, ſtatt in den Hauptregeln vom poſſeſſiven, prädicativen und dergl. Genitiven zu reden, und mit dem räumlichen Worin zu beginnen, dieſen Gegenſtand nach den in den Anmerkungen dargelegten Erklärungen behandelt, ſo müßte die Einſicht in das Weſen dieſes Caſus für Jeden ſonnenklar werden.
Wenn früher die Bemerkung gemacht wurde, daß im Genitiv immer eine Einwirkung auf das Subject liege oder mit andern Worten, daß der objective Genitiv zugleich Etwas vom ſub⸗ jectiven Genitiv in ſich enthalte, ſo wird dies durch eine Bemerkung Krüger's in§. 47. 7, 8. beſtaͤtigt; wo es heißt, daß auch der objective Genitiv poſſeſſiver Natur iſt. Es iſt aber nicht mög⸗ lich und auch nicht wirklich, daß der objective Genitiv dem Accuſativ entſprechen ſollte, oder auch dem Dativ. Das läßt ſich freilich leicht erkennen, daß die Gebiete des Genitivs und des Dativs nahe an einander grenzen und im Deutſchen ſogar zum Theil ineinander fallen.
Die Darſtellung von der Verbindung eines Subſtantivums mit dem Genitiv ſchließt Kruͤger mit dem Genitiv des Stoffes und dem partitiven Genitiv. Die Erklärungen, welche er hinzugefügt, entſprechen ebenfalls, wie ſich erwarten läßt, der urſprünglichen Bedeutung dieſes Caſus:„Ein Subſtantiv kann einem Genitiv auch als der Menge oder Maſſe, zu der er gehöͤrt, aus der er beſteht, angeeignet werden.“„Aus dem Genitiv des Stoffes entwickelt ſich der Genitiv des Inhaltes.“„Auch der partitive Genitiv, dem als der Maſſe ein Theilbegriff angeeignet wird, kann mit Subſtantiven verbunden werden“. Wie eng beide Subſtantive zuſammengehören und in einander greifen, ſteht man leicht daraus, daß beide im Deutſchen ein Compoſitum bilden dürfen oder das eine von beiden ein Adjectiv werden kann. Es iſt bekannt, daß der poſſeſſive Genitiv auch
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