Aufsatz 
[Zur griechischen Grammatik] : über genike und dotike ptosis / [Georg] Blackert
Entstehung
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dung. Verbindung, Gemeinſchaft liegt auch im Dati vn aber eine wethiſche malaliſhe; und dann eine mehr äußere und mittelbare.

Das Wort nnatürlich iſt freilich vieldeutig; doch wenn man berechtigt iſt anzunehmen, daß in den alten Griechen ein ſtarker Naturtrieb, ein ſicheres natuͤrliches Gefühl lebte, ſo muß ſich dies auch in der Sprache kund thun. Was ferner der Natur der Sache gemäß iſt, muß ein ſolches Volk wiſſen und durch die Form der Rede ausdrücken. Ich finde es bemerkenswerth, daß bei einem Volke, dem das mächtige Naturgefühl, welches wieder Zeiger am Uhrwerk⸗ auf das Richtige und Gehörige ſicher hinweiſt, mehr und mehr abhanden kommt, der Gebrauch des Genitivs ſeltner wird. Die bei dem von ſichrem Naturtriebe geleiteten Volke herrſchende größere Innerlichkeit und Unmittelbarkeit des Lebens nimmt ab, ſobald die Reflexion und das Conventionelle, die Kunſtlichkeit, mehr eintritt. An die Stelle des bloßen Caſus tritt die vermittelnde Präpoſition als nothwendiges zum Caſus obliquus hinzu. Die Geſchichte des Deutſchen und des Griechiſchen lehrt dies; wie reich z. B. das Gothiſche, das Altſächſiſche, das Althochdeutſche an Genitiv⸗Conſtructionen geweſen ſind, beweiſt die genannte Abhandlung vom Herrn Director Dr. A. Vilmar, und Jac. Grimm, Gr. IV. S. 679 681. N. 17.

Die Geſchichte des Griechiſchen vom Homer bis zu den attiſchen Claſſikern, und von da bis zum Neugriechiſchen iſt ein ſprechender Beweis für die aufgeſtellte Behauptung; nicht minder eine Vergleichung der lebensvolleren Poeſie mit der mehr reflectirenden und betrachtenden Proſa, ſo wie auch der Dialekte untereinander. 1

Dies alles genau auszuführen und mit den Beweiſen auszuſtatten, würde hier zu weit füh⸗ ren; dieOrientirung in der griechiſchen Sprache ſoll hoffentlich in dieſem Jahre noch Beiträge liefern. Vorerſt aber moͤgen alſo hier einige Nachweiſungen über die Grundbedeutung des Genitivs folgen und zwar mit Ruͤckſicht auf K. W. Krüger's Syntar der griechiſchen Sprache(§. 47.), ein Buch, welches vorzuͤglicher Beachtung werth iſt.

Wenn Kruger von der gewöͤhnlichen Meinung, nach welcher im Genitiv räumlich das Woher liegen ſoll, abweichend, als urſprüngliche räumliche Bezeichnung dieſes Caſus das Worin anzunehmen geneigt iſt, ſo hat dieſe Anſicht guten Grund; und es können dafür beſonders die Fälle in denen derſelbe ſelbſtändig erſcheint und die AdverblalformenƷ*ο, o u. a. ſprechen. Dieſes Worin iſt aber nichts anderes als das Ineinander, wie es Fr. Thierſch für den Genitiv an⸗ nimmt; es liegt darin das natürliche innige Anſchließen. Wenn Herodot naͤmlich ſehr haͤufig ris odos gebraucht, ſo kann dieſe Conſtruction unſerem Genitiv in:geh deiner Wege ähnlich