Aufsatz 
[Zur griechischen Grammatik] : über genike und dotike ptosis / [Georg] Blackert
Entstehung
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offenbar aus einer Menge von beſtimmten Thaten, Schickſalen, Außerungen, Tugenden, Laſtern, auch wohl körperlichen Zügen zuſammengeſetzt hat, welche ſich in der Vorſtellung durchdringen und ein Ganzes bilden, während dem dieſer Dinge Unkundigen der Name Alexander oder Cäſar kein Bild, keine Vorſtellung erweckt, ſondern als leerer Schall an ihm vorüber geht.

Anmerkung. Man hat zwiſchen zufälligen und weſentlichen Beſchaffenheiten oder Merk⸗ malen unterſchieden, z. B. die Macht der Könige und der Bruder des Königs, mit Unrecht für die Sache, von der es ſich hier handelt. Denn wer vom Bruder des Königs ſpricht, denkt einen be⸗ ſtimmten König, oder den König in einem beſtimmten Falle, wo ihm das Merkmal ſo nöthig iſt, eben ſo weſentlich zu ihm gehört, wie jedes andere.

Wird aus dieſer inneren Verbindung der Gegenſtände einer herausgehoben, und in Verhäͤlt⸗ niß zum Ganzen geſetzt, ſo ſtehen beide im Genitiv⸗Verhältniſſe: das Blatt der Roſe, die Farbeder Roſe u. ſ. w., die Kriege des Cäſar, die Großmuth, die Eroberungen des Cä⸗ ſar, die Ermordung des Cäſar u. dert.

Alles demnach, was zu einem Gegenſtande, oder dem Begriff deſſelben gehoͤrt, kann gegen denſelben in das Genitiv⸗Verhältniß treten: z. B. der Vater, die Brüder, die Unterthanen des Königs; denn alles dieſes gehört zu dem, was ich unter dem Begriffe jenes beſtimmten Köͤnigs zu⸗ ſammenfaſſe, und er ſelbſt verſchwindet, ſobald ich ſeine Beſtandtheile, die angegebenen und andere Gegenſtaͤnde, auflöſe, aus denen er ſich in meinem Gemüthe zuſammengeſetzt hat. So Fr. Thierſch in§. 2417., wozu noch einige Worte aus§. 250.Die Hebräer und andere Orientalen, um z. B. die Könige(malachim-reges) und die Erde(härez-terra) in das Genitiv⸗Verhältniß zu bringen, ändern im erſten Worte(malchée-härez), während die abendländiſchen Sprachen im zweiten ändern(reges terrae, ol Gaothesg vig 7S). Unbeſtimmter iſ die Erklärung, welche A. Matthrä vom Genitiv gibt:Seine Hauptbedeutung iſt, das Verhältniß eines Begriffes an⸗ zugeben, durch welches dieſer erſt hinlänglich beſtimmt wird, alſo dasjenige, woran ſich etwas anderes als Eigenſchaft, Eigenthum, Handlung, üͤberhaupt als nähere Beſtimmung befindet. Die vereinzelten Spracherſcheinungen ſammelte A. Matthiä gut; geringer iſt ſein Verdienſt, das Einzelne unter höheren, vereinigenden Geſichtspunkten zuſammenzufaſſen. Die einzelnen Erſcheinun⸗ gen unter Eins zuſammenſtellend definiert G. Bernhardy. in ſeiner wiſſenſchaftlichen Syntar der griechiſchen Sprache. 1829.§. 136.:Der Genitivus iſt der Ausdruck für Wechſelwirkung oder die Verhältniſſe der Cauſalität. Soll in dem WorteWechſelwirkung, wie man aus dem

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