Aufsatz 
[Zur griechischen Grammatik] : über genike und dotike ptosis / [Georg] Blackert
Entstehung
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mar, deſſen klare und tiefeingehende Lhrach⸗ Kemuniß leder ſeiner Schüler, zu denen auch ich gehöre, mit Recht bewundert.

Bei der Rüͤckkeht zu dem won den Sbitem firirten Sprachgebrauche, nach welchem aff der Genitivus das zeyos bezeichnen ſoll, iſt nun bemerkenswerth, daß von der Zeit jener erſten Sprach⸗ philoſophie an bis aufs Jahr 1846 alle Grammatiker die von den Stoikern angenommene Haupt⸗ bedentung dieſes Caſus mit mehr oder weniger Klatheit hervorgehoben haben. Am weiteſten ſcheint in Buttmanns Grammatik von der Stoiſchen Erklärung abgewichen zu ſein, wenn dieſelbe §. 132. 3.(2.) als den Grundbegriff des Genitivs den der Abſonderung nennt; faßt man aber das zu dem WorteAbſonderung gefügteAusgehen in einem weiteren Sinne, ſo liegt die Wahr⸗ heit fo entfernt nicht. Doch iſt allerdings richtig, daß die Darſtellung der Lehre vom Genitiv, welche in dieſer Grammatik auch ſeit den neueren Auflagen ſich findet, alle auch die billigſten Er⸗ wartungen nicht befriedigt; der§. 132. iſt wüſte und leer. An Buttmann s Erklärung vom Genitiv, als dem Caſus, der das Ausgehen von Etwas bezeichne, ſchließt ſich Gottſchick, in ſeiner Schulgrammatik, an,§. 124. Die Hauptſache trifft hingegen richtig und klar Fr. Thierſch in ſeiner griechiſchen Grammatik, 3. Auflage 1826.§. 246. 247. 249. 250. u. w.Wird ein Gegenſtand in Verbindung mit einem andern betrachtet, ſo fragt ſich vor allem, von wie vielerlei Art jene Verbindung ſein könne. Die Verbindung zweier Gegenſtände läßt ſich denken als eine ruhige und als eine thätige. Die ruhige Verbindung zweier Gegenſtände iſt entweder eine

innere, die Gegenſtaͤnde werden in einander gedacht, oder eine äußere, die Gegenſtände werden aneinander gedacht. Die innere Verbindung oder das Ineinander der Gegen⸗ ſtände beruht darauf, daß in jedem Gegenſtande mehre andre unterſchieden werden, die durch ihre Vereinigung und Durchdringung jenen Gegenſtand erzeugen, und demnach als weſentlich ver⸗ bunden, als ineinander gedacht werden müſſen, z. B. die Roſe beſteht aus Blatt, Stiel, Stachel, wozu noch eine beſtimmte Größe, Farbe, Geruch kommen, was alles durch ſeine innere Durchdringung, durch ſein Ineinander erſt den Gegenſtand bildet. Cbenſo verhält es ſich mit dem Bilde der Roſe im Verſtande, oder dem Begriffe derſelben, der durch die Vereinigung und Durch⸗ dringung jener Begriffe erzeugt wird, oder dieſelben in ſich hält. Denke ich alle Theile und Be⸗ ſchaffenheiten der Roſe an⸗ und nacheinander, ſo habe ich nur eine Häufung zuſammen⸗ gehoriger Begriffe, die Roſe ſelbſt aber erſt durch die Zuſammenfaſſung, durch die Durchdringung derſelben, welche ſie als ein Ganzes erſcheinen läßt. Nicht anders iſt es mit Begriffen von perſönlichen Gegenſtänden, z. B. Alexander, Cäſar, deren Bild ſich in dem Geſchichtkundigen