Aufsatz 
[Zur griechischen Grammatik] : über genike und dotike ptosis / [Georg] Blackert
Entstehung
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Sinne gehabt haben. Und dies Nächſte iſt das Wort evos; ſo daß alſo die Teurh rdoig das reyos bezeichnen ſollte. Nun iſt zwar bekannt, daß eyos auch das Generelle, das Allgemeine ausdrückt; es entwickelt ſich aber der Begriff des Allgemeinen im Griechiſchen erſt aus dem Begriff des Geſchlechtes. Vorerſt iſt auch gar nicht nöthig zu leugnen, daß in dem Genitiv nach der Anſicht der Alten der Begriff des Allgemeinen gelegen habe. Vielmehr iſt es wohl billig, alle Bedeutungen des Wortes Tevos in das weite Gebiet des Genitivs zuzulaſſen. Wie würde ſich nun die Bedeutung des Genitivs aus der griechiſchen Benennung entwickeln laſſen? Die Grund⸗ züge dürften vielleicht folgende ſein: Teverd roug iſt der Caſus, durch welchen daseyos bezeichnet wird. So kann auch das lateiniſche Wort generalis, welches Priscian angibt, verſtanden werden, denn generalis heißt doch bekanntlich nicht bloß allgemein, ſondern auch das genus, das Geſchlecht betreffend. So finde ich auch die Überſetzung von eylnn ree durch casus genexalis richtiger, umfaſſender, als durch genitivus. Daß der Genitiv nicht allein das Erzeugende, das Hervorbringende ausdrücke, ſondern mehr als dieſes; und daß jene weit verbreitete Anſicht vom Genitiv als einem das Hervorbringende bezeichnenden Caſus nicht allein in erweh liege; daß er in dieſem Falle evnruen heißen müſſe, darin hat Herr Schömann ohne Zweifel Recht; auch darin, daß im Genitiv noch ſehr viele andere Beziehungen ausgedrückt wurden, als die beiden Seiten des Verhältniſſes zwiſchen Erzeuger und Erzeugtem. Das Wort peyos ſelbſt umfaßt auch wirklich nach häufigem Sprachgebrauch viel mehr als jenes Verhaͤltniß des Erzeugers und des Erzeugten. Mag man nun alle Bedeutungen dieſes Wortes von der des Geſchlechtes, der Sippſchaft an(nach Paſſow's Lexikon) durch alle Modificationen hindurch betrach⸗ ten: Menſchenalter d. h. diejenige Periode, in welcher Kinder zu Vaͤtern und Väter zu Groß⸗ vätern werden; gemeinſame Nachkommenſchaft Eines Stammvaters, Familienſtamm, Völkerſtamm, Verwandtſchaft, zumal Verwandtſchaft in gerader Linie, bis zu der Bedeutung von Corporation, Geſammtheit, von einer Abtheilung der Bürger, deren 30 eine Ppargla bildeten, und endlich bis zu dem Begriffe von Gattung; oder mag man nach der andern Seite hin von dem in 7*οs liegenden Begriffe des Erzeugenden: Urſprung, Abkunft, Geburt; edle Abkunft, Adel, Stammland, Vaterland in die entfernteren Regionen, wo das Worteyn Elemente, Urſtoffe bedeutet mag man alle dieſe mannigfaltigen Entwickelungen betrachten, ſo liegt in allen der Begriff der natür⸗ lichen, oder der als natuͤrlich geltenden, inneren, mehr oder weniger unmittelbaren Verbindung,(oder wenn man lieber will, Thätigkeit, die aber zum groͤßten Theil im Prädicat