Aufsatz 
[Zur griechischen Grammatik] : über genike und dotike ptosis / [Georg] Blackert
Entstehung
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die beiden Seiten des Verhältniſſes zwiſchen Zeuger und Erzeugtem bezeichnen wollen,*) wie konn⸗ ten ſte denn die unzähligen andern Anwendungen des Caſus überſehen, wo ganz verſchiedenartige und mit jenem gar nicht zu vergleichende Verhaͤltniſſe durch ihn ausgedrückt werden? Hätten ſie aus dieſer ganzen Maſſe nur jenes einzelne ergriffen, um darnach den Caſus zu benennen, ſo wäre dies in der That nichts anderes als ein höchſt plumpes und willkührliches Zugreifen geweſen, wie ich wenigſtens es ihnen nicht zutraue. Einige haben das Zeugen in weiterer Bedeutung genom⸗ men wiſſen wollen, für Hervorbringen überhaupt und nun gemeint, der Genitiv ſei deswegen ſo genannt, weil er einen Gegenſtand als irgend Etwas, ſei es einen andern Gegenſtand, ſei es eine Einwirkung auf einen Gegenſtand, hervorbringend bezeichne; womit denn allerdings, wenn auch nicht der eigentliche Grundbegriff des Genitiv getroffen, ſo doch wenigſtens etwas dieſem ziemlich nahe kommendes und einen großen Theil der Anwendungen des Caſus Umfaſſendes angedeutet ſein würde. Allein daß die Stoiker mit jenem Namen ſo etwas haben andeuten wollen, glaube ich ebenſowenig, als daß ſie das Zeugen im eigentlichen Sinne gemeint haben; und zwar glaube ich es deswegen nicht, weil das Zeugende oder Hervorbringende überhaupt im Griechiſchen gar nicht

Peyedv ſondern erynrxν heißt.

Die einzig richtige Uberſetzung von ασαι εννε, die ſich auch wirklich bei Priscian V, 13, 72. findet, iſt casus generalis. Teyezdy iſt das Allgemeine, im Gegenſatz gegen das Beſondere und Einzelne, das Gattungsmäßige, die gemeinſamen Merkmale der ganzen Gattung in ſich vereinigende, epiegerddo ο τερεεiννππνπννα πιοιαά‿ εμάαάν oð⁴ρμοωισ eldn, wie es bei dem Scholiaſten zum Dionys. Thr. p. 873, 3. heißt.Benannten ſie(die Stoiker) nun aber den Genitiv mit Rückſicht auf ſeine ſyntaktiſche Bedeutung als zerueh rοs, ſo konnten ſie damit nur ſagen wollen, daß der Genitiv das Allgemeine der Caſusbedeutungen in ſich vereinige. So weit Herr Profeſſor Schömann.

Da die Stoiker, wie es ſcheint, keine Erklaͤrung der perieh r ogig gegeben haben, ſo ſteht für Vermuthungen ein weites Feld offen; doch muſſen wir wohl annehmen, daß ſie das Nächſtliegende, das, woran ein Jeder beim Hören des Worteserreh ſogleich denken mußte, im

*) Man vergleiche wie Apollonius Synt. III, 32 p. 292 die poſſeſſive Bedeutung des Genitiv auf⸗ faßt, um aus ihm auch Structuren wie Gαœœααα οuντ‿οꝓν, ar ονειιε, rεαντνι, vαe⁶ u. dergl. zu erklären.