Aufsatz 
Das Klima Arabiens / von Oskar Bethge
Entstehung
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aber die Datteln, mit welchen er hier bewirtet wurde, wuchsen nicht dort, sondern waren ein- geführt!(I, 45). Auch im NE. enthält der Boden stellenweise treffliches Wasser. Im ganzen ist aber dieses Gebiet als regenarmes zu bezeichnen und teilweise wohl regenlos.

Die Abdachung der Westseite Arabiens nach dem Innern in der Breite von 30 24° N. hat gleichfalls Winterregen und trockene Sommer. Am reichlichsten fallen die Niederschläge natürlich in den teilweise zu bedeutenden Höhen ansteigenden Bergen. Wir betrachten zu- nächst das Gebiet bis zur Breite und Länge von Medina(ca. 24⁰° N., 40°)E.). Einige Höhenangaben nach Doughty: Ma'an(30° 15 N., 35° 50°E) auf dem kalten, kahlen Platean des Seir: 1280 m, Teima 1030 m, Dschebel el Charram 1650 m, Harrà el Moahib bei Medschin Sali(oder el Hedsch) im N. im Mittel 1500 m, aber Dschebel Anàâz bis 2300 m, die Oase Medschin Sali 885 m, südlich El Alli 790 m; die Harrâ el Cheibar bis 1800 m, die Stadt selbst 850 m ü. M. Medina mag wohl gegen 1000 m Sechöhe haben. Die Haupt- wadi gehen meist zu dem groſsen, fast ganz Arabien von der Breite von 26° N. nach NE. bis zum Euphrat(310° N.) durchziehenden Wâdi Rumem, über welchen Wetastein besonders in der Zeitschr. f. Erdk. Berlin, XVIII, 1865 handelt. In diesem sammeln sich alle Winter- regen; im Sommer meist wasserlos, ist er im Winter oft so angeschwollen, dass er nicht über- schritten werden kann, ein Beweis für das Vorherrschen der Winterregen in diesem Gebiete (s. auch Fischer, Dattelpalme, S. 44).

Bei der Höhe der Erhebungen fallen die Niederschläge in den nördlichen Gebieten im Winter in der Gestalt von Schnee; im Dschebel Scheràâ soll er einmal 40 Tage gelegen haben(Ritter XIII, 434); noch anfangs März 1884 sah Euting auf dem Harràâ(Harrat) el- Aworid, dem Hauptgebirge des nördlichen Hedschàz, die Gipfel und Hänge der Berge Scheibäm, Wütar, Lajeh mit Schnee bedeckt, ja von Tebk aus nach WSW. auf eine Ent- fernung von 2 Tagereisen die geschlossenen Schneefelder des prächtigen, 2130 2440 m hohen Schneeberges Dübar(Verhandl. d. Berl. Ges. f. Erdk. XIII, 1886, S. 274). Hier kommen keine Palmen mehr fort in den höheren Regionen; an ihre Stelle treten Akazien. Ein ganz unfruchtbares Gebiet scheint die groſse, sandige Ebene El-Hismà zu sein, ebenso die kleinere Hammada von Tebük, welche übrigens ziemlich hoch liegt nach Doughty(880 m für Tebük, 1380 m für Dar-el Hamrâà). Die Bewohner führen ein ärmliches Leben, da das Korn nicht gedeiht, obwohl es an Bewässerung in Tebük nicht fehlt. Im April zeigen sich hier noch dichte Nebel, eine reichliche Taubildung findet statt(Wallin).

Die verrufene sandige Landschaft Fedschr ist doch keine reine Wüste, sondern mehr Steppe; Guarmani fand viele Pflanzen und Kräuter in ihr. Anders das Gebiet von Teimà (1030 m), trotzdem es am Westrande der Nefüd liegt. Die benachbarten Berge, besonders der nahe Dschebel Halwan müssen dem Orte eine reiche Bewässerung geben, denn die Brunnen sind hier zahlreich, grosse Palmenhaine umgeben den Ort, der reich ist an vortreff- lichen Datteln, an Korn und Hafer, Weizen, Gerste, Granaten, Pfirsichen, Melonen, Feigen, Tabak, u. s. wW. Euting ist des Lobes voll über die dortigen Brunnen, die zu den trefflichsten von ganz Arabien gehören. Die in und an den Nefd gelegenen Berge(Irnân, Mismà u. a.), die ganze Landschaft(Dschebal) zeigt Rinnsale von den Winterregen mit Ausnahme einiger ganz vom Sande überwehten Strecken, die aber dennoch infolge starken Taufalles zur Weide nutzbar sind; auf der Hochebene fand Guarmani aber im Januar und Februar Wasserlachen, da diese Landschaft ganz frei für die S.-Winde liegt. Cheibar. von Teimà gehört wohl schon zum Dschebel Schammar; ähnlich wie Teimà zeigt es treffliche Bewässerung und ge-

waltige Palmenhaine.